Terminkalender

Fontanes „Irrungen, Wirrungen“ als Ein-Mann-Stück in der Abendsprache

Reimund Gross Internat Solling Abendsprache

 

Der Roman „Irrungen, Wirrungen“ von Theodor Fontane, erschienen im Jahre 1887, gehört zu den Klassikern der Literatur des Realismus und stand im letzten Jahr für den Deutsch-Leistungskurs der 11. Jahrgangsstufe auf dem Lehrplan. Die Geschichte handelt von der selbstbewussten Stickerin Lene und dem angesehenen, aber nicht vermögenden Leutnant Botho von Rienäcker, die sich seelenverwandt fühlen und sich verlieben, aber aufgrund gesellschaftlicher Unterschiede keine gemeinsame Zukunft haben. Am Ende wenden sie sich anderen Ehepartnern zu. Der Roman wird in 26 Kapiteln erzählt, in denen allein sieben Hauptfiguren mit sehr unterschiedlichen Charakteren vorkommen.
Diesen Romanstoff in ein Bühnenstück zu fassen, ist schon kein leichtes Unterfangen. Doch anstatt mit einer Theatergruppe von über zehn Schauspielern diesen Roman als Ein-Mann-Stück auf die Bühne zu bringen, erscheint zunächst fast unmöglich. Dies war auch der Gedanke einiger Schüler des Internat Solling, insbesondere derer, die das Buch gelesen hatten, ganz gleich ob freiwillig oder als schulische Pflichtlektüre. Jedenfalls war die Hohe Halle am Abend des 16. November 2017 gefüllt, als der aus Hessen stammende und in der Mark Brandenburg lebende Schauspieler Reimund Groß genau diesen gewagten Versuch unternahm. Dass ein 54jähriger, knapp 1,80 m großer Mann mit kräftiger Bariton-Stimme den rund dreißigjährigen Leutnant Botho von Rienäcker darstellen kann, war den meisten Zuschauern klar. Aber Figuren wie die mitte-zwanzigjährige Lene oder ihre alte Pflegemutter Frau Nimptsch mit so einer weiblichen und fast schon zarten Stimme darzustellen, übertraf einige Erwartungen der Zuschauer.
Das Bühnenbild war minimalistisch: nur ein einziger Stuhl auf der Bühne der Hohen Halle. Bereits als das Publikum die Hohe Halle betrat, stand Reimund Groß interessiert auf der Bühne. Er trug ein der Zeit des Romans entsprechendes Kostüm: eine karierte Weste, darunter ein weißes Hemd und eine mit Bundfalten versehene Hose. Nachdem er sein Publikum willkommen geheißen hatte, gab er einen kurzen Überblick über Inhalt und Handlung des Romans Irrungen, Wirkungen. Der Beginn des Schauspiels war deutlich an Gestik, Mimik und vor allem an seiner Stimme zu erkennen. Es ist ihm gelungen, von einem auf den anderen Moment in völlig verschiedene Rollen zu schlüpfen.
Der sowohl gesangliche als auch schauspielerische und theaterpädagogische ausgebildete Groß ist unter anderem auf zahlreichen, auch großen Bühnen engagiert. Vergangenen Donnerstag lieferte er eine beeindruckende Leistung ab, die die Aufmerksamkeit nahezu aller Schüler, sowie Lehrer auf sich zog, was nicht in jeder Abendsprache selbstverständlich ist. Seine variationsreiche Stimme, die abwechslungsreiche Gestik und Mimik und nicht zuletzt seine körperliche Präsenz auf der Bühne ließ eine permanente Interaktion zwischen Darsteller und Publikum entstehen, die bis zu dem in leisen und sehr bedächtigen Tönen ausklingenden Schluss nicht abriss.
Ein interessanter Theaterabend fand seinen Abschluss in großem Applaus, der die Begeisterung des Publikums zum Ausdruck brachte.

Text: Kathrin S. (12. Klasse)

 

Kategorie: Abendsprachen, Aktuelles   Start: Donnerstag, 16. November 2017   19:30   Ende: Donnerstag, 16. November 2017   20:30   Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
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