Terminkalender

Abendsprache: Naturwissenschaftliche Nobelpreise

Abendsprache MINT naturwissenschaftliche Nobelpreise 2017 Internat Solling

 

Kurz bevor in Stockholm die Nobelpreise für Chemie, Physik und Medizin/Physiologie feierlich verliehen werden, trifft sich auch die LSH-Gemeinde in der Hohen Halle um zu erfahren, für welche bahnbrechenden Arbeiten diese in diesem Jahr vergeben werden. Herr Papadopoulos eröffnete diese hausinterne Feierstunde mit dem Nobelpreis für Chemie, der in diesem Jahr an drei US-Forscher für die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie ging. Richard Henderson hatte dabei über viele Jahre die Auflösung der Elektronenmikroskopie vorangetrieben, der deutschstämmige Joachim Frank entwickelte dabei die notwendigen mathematischen Algorithmen, um aus den doch eher diffusen Daten der Schichtaufnahmen tatsächlich dreidimensionale Bilder entstehen zu lassen und Jaques Dubochet gelang es, die unglaublich winzigen Objekte in einem wässrigen Millieu so schnell einzufrieren, dass das Wasser gar keine Zeit hat, zerstörerische Kristalle zu bilden und damit zum Beispiel die Interaktion von Proteinen so zu fixieren, wie sie natürlich auch vorkommen. Die Methode ist dabei vergleichsweise simpel und ermöglicht es, etwa Antikörpern zuzusehen, wie sie tatsächlich an Virus- oder Zelloberflächen binden.
Albert Einstein andererseits hatte vor ziemlich genau 100 Jahren die Existenz von Gravitationswellen vorausgesagt, aber nie geglaubt, dass es der Menschheit gelänge, die unglaublich winzigen Schwankungen im 4-dimensionalen Raumzeitgefüge tatsächlich zu messen. Wobei es ja schon eine gedankenakrobatische Höchstleistung erfordert, sich vorzustellen, was eigentlich da zu vermessen ist. Diese Aufgabe übernahm Jan Loske und er beschrieb zunächst die drei Forscher, die den Preis in diesem Jahr erhalten. Er erläuterte sehr eindrucksvoll, wie es Rainer Weiss, Tim Thorne und Barry Barish mit einem der empfindlichsten Messinstrumente die die Menschen jemals gebaut haben gelang, genau das zu tun: nämlich eine Gravitationswelle zu vermessen, die vor 1,3 Milliarden Jahren entstand, als zwei Schwarze Löcher kollabierten. Dabei sind die Detektoren so empfindlich, dass sie eine Dehnung in der Raumzeit messen können, die in etwa dem Durchmesser eines Wasserstoffatomkerns entsprechen. Ebenso eindrucksvoll ist es wohl, dass es Herrn Loske gelang, Quantenphysik tatsächlich "greifbar" zu machen.
Der abendlichen Stimmung angemessen berichtete André de Kathen schließlich von der Aufklärung der Funktion der "inneren Uhr", die unter anderem unseren Schlafrhythmus diktiert. Dass diese innere Uhr bei nahezu allen Organismen funktioniert, die auf einem Planeten leben, der rotiert, weiß man schon seit einigen hundert Jahren...nur wie? Das war lange ein Geheimnis. Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young haben entscheidend zur Aufklärung des Prinzips beigetragen, dass dann in seiner Effizienz und Simplizität doch überrascht - im Kern ist es bei allen Lebewesen, von den einfachen Cyanobakterien bis zu den Säugetieren, egal ob nachtaktiv oder tagaktiv, eine negative feedback-Schleife. Ein Gen kodiert für die Bildung eines Proteins, welches bei ausreichender Menge seine eigene Produktion bremst. Natürlich hat die Evolution über viele Millionen Jahre den Prozess verfeinert und erlaubt auch, dass die innere Uhr nachjustiert wird, aber diese innere Uhr erlaubt es eben einen Sonnenaufgang zu "erahnen" bevor er da ist...für alle Lebewesen ist das offenbar so vorteilhaft wie die Lottozahlen vor der Ziehung zu wissen. Diese innere Uhr zu ignorieren kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben; Übergewicht, Bluthochdruck, Depressionen und Diabetes sind die Folgen...tatsächlich wiegt also der Döner oder die Tafel Schokolade nach Mitternacht schwerer...auf den Hüften.

 

Kategorie: Abendsprachen, Aktuelles, MINT   Start: Donnerstag, 30. November 2017   19:30   Ende: Donnerstag, 30. November 2017   20:00   Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
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