Terminkalender

Theater-Exkursion der 9. Klassen

Junges Schauspiel Hannover Exkursion Klasse 9 Internat Solling

 

Im September besuchte die 9. Klasse das Theaterstück „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt im „schauspiel hannover“.

Die Schüler haben im Anschluss Rezensionen zu dem Stück geschrieben und zwei davon veröffentlichen wir hier:

Ekaterina L.,  Klasse 9.1


Haben Sie sich irgendwann gefragt, wie es zur Atombombe gekommen ist?

Davon erzählt das Theaterstück von Florian Fiedler und Anita Augustin. Die Premiere fand am 11. Dezember 2015 im Ballhof Eins in Hannover statt. Das Stück ist eine Fassung der Komödie von Friedrich Dürrenmatt „Die Physiker“.

Es berichtet über drei Männer, die in einer Heilanstalt sind. Die drei sind verrückt und halten sich für die Physiker. Eines Tages kommt ein Kriminalinspektor, um den Mord an einer Krankenschwester zu untersuchen. Doch wem sollte er vertrauen? Den Verrückten? Oder den Pflegern, die bestimmt mehr wissen, als sie sagen?

Sie können sich auch in die Rolle des Inspektors versetzen und versuchen die Wahrheit zu erkennen. Doch lassen Sie sich nicht täuschen!

Doch werden die Zuschauer nicht nur zum Nachdenken angeregt, sondern die Zuschauer spielen direkt in der Rolle der Söhne eines Physikers mit, was ich sehr gut finde. Diese Entscheidung des Regisseurs macht das Stück noch spannender.

Noch eine Besonderheit dieser Inszenierung, ist die Szene, in der man ein Tier mit einem Ohr auf dem Rücken sieht. Dies ist der Alptraum eines Physikers. Das, was die Wissenschaft heute machen kann, scheint ihm unmöglich und schrecklich zu sein. Ebenso ist es auch früher mit der Atombombe gewesen, was Dürrenmatt zum Anlass für sein Stück nahm.

Alle Rollen wurden von insgesamt sechs Schauspielern gespielt. Einige von ihnen hatten mehr als eine Rolle, aber sie schafften es trotzdem den Zuschauern alles lebendig und realistisch zu vermitteln. Am besten hat mir das Spielen von Jonas Steglich (in der Rolle von Newton) und Sarah Sandeh (mehrere Rollen) gefallen.

Auf der Bühne wurde nichts Festes gebaut. Um verschiedene Zimmer darzustellen, wurden weiße Vorhänge verwendet. Diese hat der Regisseur auch als Leinwand benutzt und fügt der Inszenierung ein Video hinzu, indem die Szenen aus dem Zimmer der Physiker gezeigt werden.

Ich würde jedem einen Theaterbesuch empfehlen. Es ist nicht nur interessant sondern man wird auch zum Nachdenken angeregt und jeder kann daraus etwas lernen.

María J. G., Klasse 9.2

Wie Mark Twain gesagt hat, wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt. Und so, nach dieser Logik erzählt uns Friedrich Dürrenmatt in seinem Theaterstück „Die Physiker“ die Geschichte drei Irrer des 20. Jahrhunderts, die in einem Sanatorium, in dem zwei Krankenschwestern umgebracht werden, leben. Dürrenmatt berichtet uns in zwei Akten von dem Kriminalinspektor Voß, der beide Verbrechen aufzulösen versucht, aber er muss mit Irren, die zwei Persönlichkeiten besitzen, verkehren. Dennoch können sie nicht so verrückt sein, wie sie zu sein scheinen. Der Autor erschuf vielschichtige Protagonisten und erzählt über ihr Leben in der Irrenanstalt während der Kriminaluntersuchung.

Die Figuren des Stückes sind so gut besetzt, dass sie echte Menschen zu sein scheinen, z.B. Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd, die Irrenärztin, ist eine seltsame Person, die den Inspektor verwirrt, aber gleichzeitig mit ihm flirtet und die drei Patienten machen es ihm nicht einfacher, den Mörder zu erwischen. Einerseits fühlt sich der Inspektor Voß selbstsicher und vertraut seiner Lösungsfähigkeit, anderseits, wenn man als Publikum alles sieht, kann man erkennen, dass er dem Verbrechen nicht gewachsen ist.

Das Theaterstück führt bis zum Gehirn, um dort zu schnüffeln und in der Geschichte kommt es zu einem Punkt, an dem es schwierig ist, den Gedankengang gut zu verstehen. Es ist beeindruckend, wie eine Theateraufführung an der eigenen Vernunft zweifeln lässt.

Zwischen den Lösungsversuchen des Mordes werden alltägliche Szenen vorgespielt: Herbert Georg Beutler, der als Newton bezeichnet wird, spielt mit der Leichtgläubigkeit des Inspektors und verwirrt ihn noch mehr, Ernst Heinrich Ernesti, der Einstein genannt wird, taucht in den unpassendsten Situationen auf und spielt Geige, um sich zu beruhigen und zuletzt Johann Wilhelm Möbius, der von seiner Familie besucht wird. Er erfährt, dass sich seine Frau von ihm scheiden ließ und einen anderen Mann - Missionar Rose – geheiratet hat. Aber Möbius hat auch schon seine Liebe zur Krankenschwester Monika Stettler geäußert.

Wenn man sich mit dem Verstehen des Stückes beschäftigt, kann man sagen, dass Dürrenmatt uns die einzelnen Informationen gibt, aber wir müssen sie zusammenbringen, um ein Gesamtbild zu erschaffen. Wir müssen bestimmen, ob die Patienten die Wahrheit sagen, ob sie echte Irre sind und währenddessen versuchen wir, den Mörder zu entlarven.

Obwohl das Theaterstück exzellent vorgespielt wurde, muss man sehr viel auf jede winzig kleine neue Information aufpassen und beachten, dass man nichts vergisst oder falsch versteht, sonst kann man sich in diesem komplexen Stück leicht verlieren.

Aber, obwohl das Theaterstück uns in dem Sanatorium bringt, fühlt man sich wie beim Schreiben einer Arbeit. Man muss alles verstehen und dann kommt das Adrenalin und der Wunsch, das Format zu haben, das Verbrechen zuerst aufzulösen… Zu diesen Gefühlen muss man auch den Stolz addieren, den man hat, wenn man denkt, dass der Autor uns als so intelligent und lösungsfähig ansieht, dass er dieses komplexe Stück als verstehbar einschätzt.

Wenn man im Saal ist, nimmt einen die tolle Inszenierung auch ins Sanatorium mit und die Besetzung lässt uns während der Vorstellung im Ungewissen.

Jeder Mensch hat einen anderen Geschmack, aber ich kann sagen, dass diese Aufführung genial war und ich sie allen empfehle. Das Ende ist komplett unerwartet und nachdem man es sieht, versteht man auf einmal, worum es im Stück geht. Es enthält Drama, Liebe, Terror, Aktion und ich persönlich fand es eine innerliche Herausforderung, den Mörder zu erwischen und aus den einzelnen Teilen ein großes Gesamtbild aufzubauen.





                                                                                              

 

 

Kategorie: Aktuelles   Start: Dienstag, 19. September 2017     Ende: Dienstag, 19. September 2017     Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
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