Terminkalender

Abendsprache zum Gedenktag 27. Januar

Abendsprache zum 27 Januar Internat Solling

 

Es gibt viele Wege, sich dem Grauen des Holocaust zu nähern. Joachim Schütte hat dies in seinen Abendsprachen zum 27. Januar in den letzten Jahren gezeigt. Dieses Jahr stellt er eine Minderheit in den Fokus seiner Abendsprache und blickt auf eine kleine Gruppe von Aufrechten, die Juden vor den Gaskammern retteten, sie versteckten und ihnen halfen, aus dem Machtbereich der Nationalsozialisten zu entkommen. Er erzählt von Otto Weidt, der in seiner Besenbinderei bis 1943 zahlreiche jüdische Blinde beschäftigte, versorgte und versuchte, sie vor der Gestapo zu schützen. Für die junge Frau, die er liebte, reiste er sogar nach Auschwitz und unterstützte ihre erfolgreiche Flucht aus dem KZ. Joachim Schütte erwähnt auch Oskar Schindler, dessen Geschichte die meisten kennen: Er bestach die SS und bewahrte damit 1200 Juden vor den Gaskammern von Birkenau. Der Geschichtslehrer erinnert an die „arische“ Franziska Schermann, die alle Demütigungen und Einschüchterungsversuche durch die Gestapo ertrug und ihren jüdischen Mann Leopold, den Architekten des Unterhauses des Internats, lange vor der Deportation ins KZ bewahrte; Schütte nennt auch die vielen, vielen Dänen, die kollektiv um das Schicksal ihrer jüdischen Landsleute rangen, und erinnert an Raoul Wallenberg, dem es in Ungarn gelang, zigtausende Juden vor der Vernichtung zu retten.

Und dann zitiert der stellvertretende Schulleiter eine Legende aus dem Talmud, die besagt, dass es auf der Welt zu jeder Zeit 36 Gerechte, Zaddiks, gibt, um derentwillen Gott die Welt nicht untergehen lässt. Sie erfüllen Gottes Auftrag, um Juden aus einer Notlage zu retten. Der Staat Israel vergibt seit seiner Gründung den Ehrentitel „Gerechter der Völker“ an Nichtjuden, die ihr Leben dafür einsetzten, Juden vor der Ermordung zu retten. Für jeden einzelnen von ihnen wird auf dem Gelände der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem ein Baum gepflanzt, der den Namen des Retters trägt. Otto Weidt und Oscar Schindler werden hier als „Gerechte der Völker“ geehrt.

Aber Joachim Schütte vergisst auch die vielen Ungenannten nicht, die einen einzelnen Menschen oder eine Familie retteten. Auch für sie gelten die Worte des Talmuds: „Derjenige, der ein Leben rettet, rettet die ganze Menschheit, ebenso wie ein Mörder das Prinzip Leben zerstört.“

 

 

Kategorie: Aktuelles, Abendsprachen   Start: Sonntag, 28. Januar 2018   19:00   Ende: Sonntag, 28. Januar 2018   19:30   Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

Zurück

 

Sandra Knecht
PR und Marketing

Telefon:  0 55 31-12 87-60
E-Mail:     Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

S.Knecht