Terminkalender

Über das Leben im Internat

Internat Solling ZEIT 1

 

Sein Arbeitstag beginnt morgens schon mit dem Frühstück und endet in der Regel um 23:00 Uhr, wenn er seine letzte Runde durch die Zimmer dreht. Dazwischen unterrichtet er Sport und Englisch, isst mit den Schülern zu Mittag und Abendbrot, er betreut sie bei den Hausaufgaben und nachmittags spielt er mit ihnen manchmal Fußball. Carsten Schneider ist Lehrer am Internat Solling und als solcher zu Gast bei der neuen Veranstaltungsreihe „ZEIT für Bildung – Internate stellen sich vor“.

Das Event, das am Samstag, den 20. Januar 2018 in der Bucerius Law School in Hamburg stattfand und von der ZEIT-Redakteurin Jeannette Otto moderiert wurde, beschäftigte sich mit der Frage „Wann ist ein Internat die richtige Wahl für mein Kind?“ Dafür hatte die ZEIT neben dem Internatslehrter Carsten Schneider den Psychologen Dietmar Langer sowie drei Schüler von renommierten Internaten aufs Podium eingeladen. Diese Experten stellten sich den Fragen der Moderatorin und der Gäste und ermöglichten den Anwesenden damit einen spannenden Blick hinter die Kulissen von Privatschulen und Internaten.

Dietmar Langer ist leitender Therapeut der Abteilung für pädiatrische Psychosomatik an der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen und berichtete von seinen Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen. Vor allem in der Pubertät sei das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern oft schwierig; manchmal gebe es unbewusste Muster in Familien, die die einzelnen Familienmitglieder oft sehr belasteten und die durch einen Wechsel aufs Internat aufgebrochen werden könnten. Ihm sei das Konzept, Alltagskonflikte für eine gewisse Zeit zu vermeiden und den Fokus auf positive Erlebnisse mit der Familie in den Ferien und an den freien Wochenenden zu legen, daher sehr sympathisch.

Von Carsten Schneider war weiter zu erfahren, dass er nicht nur Lehrer am Internat Solling ist, sondern gleichzeitig ein so genannter „Kam-Leiter“: „Ich bin bei Problemen zumeist der erste erwachsene Ansprechpartner“, erklärt der 44-Jährige, der mit seiner Frau, die ebenfalls am Internat unterrichtet, und seinem sechsjährigen Sohn im Internat lebt. „Das bin ich 24 Stunden, sechs Tage pro Woche.“ Das hatte er so nicht von Anfang an geplant. Im Referendariat machte er allerdings Erfahrungen, die sich mit seiner Vorstellung vom Lehrerberuf schlecht vereinbaren ließen: „Immer ging es nur darum, die perfekte Unterrichtsstunde vorzubereiten und irgendein konkretes inhaltliches Lernziel zu erreichen“, erinnert er sich. Um die Kinder ging es ihm viel zu wenig. Am Internat sei das ganz anders: „Im Zusammenleben bekommt man viel mehr voneinander mit“, erklärt Schneider, „so kann ich die Kinder fördern - weit über das Fachliche hinaus.“

In diesem Sinne äußerten sich auch die drei anwesenden Schüler bzw. Absolventen der Internate Salem, Torgelow und Luisenlund. Mit zum Teil beeindruckender Souveränität und Eloquenz beantworteten die drei jungen Leute alle Fragen, vervollständigten die Vorstellungen zum Besuch eines Internats und trugen sicher zu einem positiven Eindruck bei.

Doch als Ersatzvater sieht der Pädagoge sich als Internatslehrer nicht. Das Internat will zwar eine Heimat bieten, aber keine Familie ersetzen. „Meine Jungs haben Vertrauen zu mir und kommen mit ihren Fragen und Nöten, aber ich wahre trotzdem immer eine respektvolle Distanz.“

Am Ende der Podiumsdiskussion hatten die anwesenden Eltern, Kinder und Jugendlichen noch die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit Vertretern einzelner Internate in entspannter Atmosphäre.

 

 

Kategorie: Aktuelles   Start: Samstag, 20. Januar 2018   11:00   Ende: Samstag, 20. Januar 2018   16:00   Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

Zurück

 

Sandra Knecht
PR und Marketing

Telefon:  0 55 31-12 87-60
E-Mail:     Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

S.Knecht