Terminkalender

Exkursion der 11. Stufe nach Berlin

Berlin Stufe 11 Internat Solling a

 

„Und wehe dem, der es wagt, am Freitagmorgen nicht pünktlich zu erscheinen; ich werde ohne ihn losfahren!“ - Zitat, Frau Ruppert. Kurzum: Alle waren auf den Schlag genau um 08:15 Uhr an der Unterhausschranke, reisefertig und voller Vorfreude.

Die etwa fünfstündige Busfahrt wurde lediglich in Potsdam im Cecilienhof unterbrochen, wo wir um 14:30 Uhr die erste Führung mit dem Themenschwerpunkt Potsdamer Konferenz hatten.

Auf der Weiterfahrt nach Berlin fuhren wir auch über die Glienicker Brücke, die sogenannte Agentenbrücke, auf der der letzte Austausch von inhaftierten Personen im Kalten Krieg am 11. Februar 1986 stattgefunden hatte, und wurden von Felipe und seinem großen Talent als Reiseleiter auf weitere Potsdamer Sehenswürdigkeiten aufmerksam gemacht.

Abends, im „Three Little Pigs“-Hostel angekommen, hatten wir Gelegenheit uns einzurichten und frisch zu machen für den anschließenden Spaziergang zum Potsdamer Platz, von wo aus wir, des individuellen Abendessens wegen, in alle Himmelsrichtungen ausstrebten. Später am Abend nutzten alle die Möglichkeit, sich in der Lobby noch ein wenig zu unterhalten, Billard zu spielen oder ein Bier zu trinken.

Der Samstagmorgen wurde mit einer Führung in der Topographie des Terrors begonnen, was besonders am 27. 01., dem internationalen Gedenktag der Opfer des Holocausts, schwerfiel und nachdenklich stimmte. Nach einem kleinen Spaziergang zum Checkpoint Charlie und einer Mittagspause ging es weiter ins Käthe-Kollwitz-Museum. Obgleich Herr Dr. Nečas zugab, sich nicht an den Werken selbst erfreuen zu können, lobte er jedoch ihre einzigartige Technik sowie ihren Blick auf das Wesentliche, welcher sich in der radikalen Reduktion ihrer Werke zeige.

Bei der Besichtigung des Denkmales „Pieta“ von Käthe-Kollwitz in der neuen Wache und dem der Bücherverbrennung am Bebelplatz blieb uns allen besonders das Zitat Heinrich Heines im Gedächtnis, welches Frau Ruppert vortrug: „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“ Wie recht Heine doch bereits 80 Jahre vor der eigentlichen Gräueltat hatte. Die zusätzliche Ironie brachte die im Hintergrund aufragende juristische Fakultät der Humboldt-Universität in das Geschehen.

Sonntag früh brachte unser Reisebus uns zu dem NS-Dokumentationszentrum zur Zwangsarbeit, wo uns zwischen den Wänden der restaurierten Baracken klar wurde, dass es nicht nur die Juden schwer getroffen hatte, sondern auch generell Menschen ausländischer Herkunft hart und lange zu arbeiten hatten, mit der zusätzlichen Demütigung, die ein Tier im Zoo verspüren mag, da dieses Lager keineswegs außerhalb Berlins hinter einem Wäldchen oder ähnlichem lag, sondern direkt zwischen den Häuserblocks der Anwohner, wo diese sich jederzeit vergewissern konnten, dass es ihnen selbst besser ging.

Nachmittags stand die Besichtigung des Reichstages und der Kuppel auf dem Plan, wobei es der regelmäßigen Ermahnung Frau Rupperts den Personalausweis mitzunehmen, zum Dank keinerlei Schwierigkeiten gab. Doch machten nicht nur wir einen müden Eindruck während der Rede unseres Guides, auch Herr Meisieck wirkte teils ein wenig schläfrig. Anschließend nutzten wir gerne die Möglichkeit des Shoppen Gehens am verkaufsoffenen Sonntag, Die wunden Füße hatten Gelegenheit sich während des abendlichen, abschließenden Kolloquiums zum Gesehenen auszuruhen.

Bevor es am Montag endgültig wieder nach Hause ging, fuhr der Bus einen Schlenker durch die,  Straßen Charlottenburgs zum Bahnhof Grunewald und Gleis 17 - dem Gleis von dem zahlreiche Deportationszüge Juden - die ihr Fahrticket sogar selbst noch zu zahlen hatten - geradewegs in den Tod fuhren: Theresienstadt, Riga, Auschwitz. Mit Blick auf die Gravuren der Deportations-daten, die Teelichter auf den Bahnschienen, vereinzelt liegende Blumensträuße und den Worten aus Chaim Be´ers biographischem Roman „Bebelsplatz“  in den Ohren, begannen bei einigen, angesichts der Grausamkeit, die in der Geschichte dieses Bahnsteigs liegt, Tränen zu fließen.

Und so war die Stimmung auf der Rückfahrt ins Internat wesentlich bedrückter als auf der Hinfahrt.

Doch kann man festhalten, dass die gesamte Fahrt nicht nur eine äußerst lehrreiche und traurig stimmende, sondern durchaus auch eine lustige und fröhliche war.

Text: Amelie K., 11. Stufe

 

 

Kategorie: Aktuelles, UNESCO   Start: Freitag, 26. Januar 2018   08:00   Ende: Montag, 29. Januar 2018     Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
PR und Marketing

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