Sepiafarbenes historisches Foto einer großen Gruppe von Jungen und einigen Erwachsenen, meist in Anzügen und Mützen, die auf einem grasbewachsenen Hang im Internat Solling im Weserbergland posieren. Im Hintergrund sind Fahrräder in der Nähe des alten Steingebäudes zu sehen.

1910

Im Januar 1910 zogen die ersten Schüler und Lehrer in das neu gebaute Unterhaus ein. Der Name der neuen Schule: Landschulheim am Solling.

Schwarz-Weiß-Foto von Jugendlichen im Internat Solling im Weserbergland, die in der Nähe einer Gebäudewand Erde ausheben und schaufeln. Einige arbeiten mit Werkzeugen, während andere zuschauen; im Hintergrund stehen Holzbretter, eine Leiter und ein Baugerüst.

1927

Das Internat wuchs stetig. 1928 helfen auch Schülerinnen und Schüler beim Bau des Mittelhauses.

1929

Ein Blick vom Turm des Oberhauses auf Mittelhaus und Unterhaus.

1939

Das Oberhaus vom Mittelhaus aus betrachtet.

1970

Die Naturwissenschaften erhielten ein neues, eigenes Gebäude, das sogenannte Institut.

Das Internat Solling

Woher wir kommen

Würde das Internat Solling heute gegründet, würde man es wohl als Elterninitiative bezeichnen. Der Grundstein wurde 1909 dank des Engagements einer Gruppe von Eltern, allen voran Dr. Hermann Schmilinsky aus Hamburg gelegt, der vier Lehrer ermutigte, eine eigene Schule aufzubauen.

Diese Pädagogen hatten zuvor am ersten Deutschen Landerziehungsheim in Ilsenburg unterrichtet, das sich bewusst von autoritären Drill- und Paukmethoden abgrenzte. Nach einem Konflikt mit dem Gründer Hermann Lietz verließen sie die Schule, blieben aber überzeugt vom reformpädagogischen Prinzip der Einheit von Lernen und Leben mit Kopf, Herz und Hand.

 

 

Gründung 1909

Am 11. November 1908 trafen sich die vier Lehrer in Wernigerode zu einem Martinsgansessen und beschlossen, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen – ein Tag, der noch heute am Internat mit einem großen Gänseessen gefeiert wird.

Übergangsweise begann das „Oberharzer Landschulheim Hohegeiß“ in einem Hotel, doch bald wurde Holzminden als endgültiger Standort gewählt. Im Mai 1909 wurde der Grundstein für das Unterhaus gelegt, und im Januar 1910 zogen die ersten Schüler und Lehrer ein. Der Name der neuen Schule: Landschulheim am Solling

Von Beginn an waren die Lehrer und Lehrerinnen gleichzeitig Erzieher, lebten und arbeiteten mit den Schülern und integrierten Sport, Handwerk, Kunst, Musik und Theater in den Alltag. Das hat sich bis heute nicht geändert.

 

Ein Schwarz-Weiß-Foto zeigt sieben Männer und drei Frauen in der Kleidung der frühen 1900er Jahre, die im Internat Solling im Weserbergland im Freien posieren. Einige sitzen um einen kleinen runden Tisch mit einem Hut darauf, andere stehen dahinter. Bäume und Felsen füllen den Hintergrund. Alle sehen nicht lächelnd aus.

Eine sepiafarbene Fotografie aus dem Jahr 1912 zeigt eine große Gruppe von Jungen und einigen Erwachsenen, meist in Anzügen und Mützen, die auf dem grasbewachsenen Hang des Internats Solling im Weserbergland posieren. Es sind mehrere Fahrräder zu sehen, auf denen handschriftlich "25. März 1912" zu lesen ist.

Schwarz-Weiß-Foto von Jungen in Kniestrümpfen und kurzen Hosen beim Turnen im Internat Solling. Ein Junge besteigt ein Pauschenpferd, während andere zusehen. Das Schulgebäude aus Backstein mit Bogenfenstern und einem Türmchen deutet auf das Weserbergland hin.

1. Weltkrieg und Zwischenkriegszeit

Das Internat wuchs stetig, doch der Erste Weltkrieg brachte Unterbrechungen: Viele Lehrer und Schüler gingen an die Front, das Oberhaus wurde vom Militär beschlagnahmt. Nach dem Krieg übernahm Mitgründer Theophil Lehmann die Leitung und führte das Internat durch die Inflations- und Nachkriegszeit zu neuer Blüte. Ab den 1920er-Jahren wurden auch Mädchen aufgenommen.

 

Eine große Gruppe von Menschen, meist Erwachsene und einige Kinder, steht in einem weiten Kreis um einen belaubten Baum auf der Rasenfläche des Internat Solling. Im Hintergrund sind die für das Weserbergland typischen efeubedeckten Backsteinbauten zu sehen.

Ein Schwarz-Weiß-Foto zeigt Menschen auf einem großen, von zwei Pferden gezogenen Heuwagen in der Nähe des Weserberglandes. Gekleidet in die Kleidung des frühen 20. Jahrhunderts erinnern sie an eine lebendige ländliche Szene, die möglicherweise mit den Traditionen des Internats Solling zusammenhängt.

Theophil Lehmann bei der Ernte mit Landwirt Zimmer 1926

Ein sepiafarbenes Foto zeigt Kinder, die in einem geräumigen Klassenzimmer des Internat Solling mit hohen Fenstern und einem Klavier aufgereiht sind. Ein Erwachsener steht den Kindern gegenüber, neben einer Kreidetafel mit Noten und Büchern, die den pädagogischen Geist des Weserberglandes widerspiegeln.

Schwarz-Weiß-Foto von Menschen, meist Männern und Jungen, die auf einer Baustelle im Internat Solling im Weserbergland arbeiten. Einige schaufeln Erde, andere bewegen Steine oder schieben Schubkarren. Hinter eingezäunten Baustellenbereichen sind Bäume und Gebäude zu sehen.

1932 - Bau der Scheune

Ein Schwarz-Weiß-Foto zeigt eine Gruppe von Kindern und eine Frau mit alten Fahrrädern auf einer Kopfsteinpflasterstraße im Weserbergland, die in die Kamera lächeln. Ihre Kleidung aus der Mitte des 20. Jahrhunderts weckt Erinnerungen an das Leben im Internat Solling.

Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg

Mit der Machtübernahme Hitlers begann eine Zeit der Anpassung. Theophil Lehmann zeigte zunächst Offenheit gegenüber nationalsozialistischen Ideen, musste aber zunehmend um die Unabhängigkeit der Schule kämpfen. Nach Lehmanns Tod 1943 übernahm ein SS-Mann die Leitung bis zum Kriegsende.

Das Oberhaus wurde gleich zu Beginn des Krieges Lazarett. Von Kriegshandlungen und Zerstörungen blieb die Schule jedoch bis zum Schluss verschont.

Schwarz-Weiß-Foto von uniformierten Jugendlichen, die in Reihen auf Steinstufen vor einem großen Steingebäude im Internat Solling im Weserbergland stehen. Mehrere Fahnen sind zu sehen, was auf eine organisierte Versammlung im Freien hindeutet.

Bekenntnis zum „Führer“ in der Satzung des Landschulheims

Eine Gruppe von Menschen sitzt um einen langen rechteckigen Tisch in einem Klassenzimmer des Internat Solling mit großen Fenstern. Das einfallende Sonnenlicht beleuchtet eine Europakarte an der Wand und den spärlich möblierten Raum, der im malerischen Weserbergland liegt.

Nachkriegszeit

Im Herbst 1945 nahm ein Kern ehemaliger Mitarbeiter den Schulbetrieb wieder auf. Mit dem Aufschwung der Bundesrepublik ging es auch mit dem Internat rasch wieder aufwärts. Anfang der 1950er Jahre erreichte die Schule mit über 300 Internatsschüler:innen ihre höchste Schülerzahl.

 

 

Oberstufenreform in den 1960er- und 1970er-Jahren

In dieser Zeit entwickelte sich das Landschulheim am Solling zu einem Modell der modernen Oberstufenreform. Die Naturwissenschaften erhielten ein neues, eigenes Gebäude, das sogenannte Institut. Die seit Gründung präsenten „Iberos“ (Schülerinnen und Schüler aus Spanien und Lateinamerika) machten zeitweise fast ein Fünftel der Schülerschaft aus.

In den siebziger Jahren verschwanden dann viele Traditionen. Gleichzeitig führte der bundesweite Ausbau von Bildungsmöglichkeiten zu einem Nachfragerückgang bei Internaten.

Von den 1980ern bis heute

1985 wurde das Tannenhaus für die Unterstufe neu gebaut, einige alte Gebäude wurden verkauft. Seit den 1990er Jahren nahm der Reitbetrieb einen stetigen Aufschwung, in den 2000ern wurde die Schule immer internationaler. Ein System von Leistungsstipendien wurde aufgebaut. Ab den 2010ern bekamen die MINT-Fächer immer mehr Profil.

Noch bevor 2013 der Name in „Internat Solling“ geändert wurde, feierten Schüler, Mitarbeiter, Eltern, Altschüler und alle Freunde des Landschulheimes im Juni 2009 ein rauschendes Fest zum 100. Geburtstag.