Terminkalender

Exkursion zum wissenschaftlichen Zentrum CINSaT der Uni-Kassel

Internat Solling Exkursion Hubenthal Juni 2017

 

Am Donnerstag, den 22.06. machten sich 29 naturwissenschaftlich interessierte Schüler aus den Stufen 10 und 11 und vier Kollegen auf den Weg zur Uni-Kassel. Dort hatte das wissenschaftliche Zentrum CINSaT (Center for Interdisciplinary Science and Technology) ein umfangreiches Programm exklusiv für das Internat Solling geplant. Nach dem herzlichen Empfang gab es insgesamt drei professorale Vorträge, zwei Laborführungen und einen Kurzvortrag eines Masterstudenten über seine Tätigkeit in der Physik.

Den Auftakt machte um 13:45 Uhr Prof. Singer aus der Experimentalphysik. Er entführte die Schüler in das Reich der Quantenmechanik, der Quantenkryptographie und der Physik einzelner Atome. Auch wenn Prof. Singer – zumindest für die Schüler – schnell in die Tiefen der Quantenmechanik entschwebte, von Interferenz, Divergenz, verbotenen Zonen und Quantenübergängen sprach, so bleibt den Schülern doch eine Person in Erinnerung, die die Funken sprühen ließ und mit voller Begeisterung für „seine“ Experimentalphysik war. Ganz nebenbei ließ er einfließen, dass er den kleinsten Motor der Welt entwickelt hat - auf Basis eines einzelnen Atoms! Kleiner geht nun wirklich nicht.

Zurück in die alltägliche Welt führte dann der Vortrag über „Nanostrukturen in weicher Materie“ von APL Prof. Fuhrmann-Lieker aus dem Fachgebiet Makromolekulare Chemie und Makromolekulare Materialien. In seinem gut verständlichen Vortrag zeigte Prof. Fuhrmann-Lieker, wo sich in unserer Umgebung überall Nanostrukturen verbergen, z.b. im Haushalt in Shampoos, Hautcremes, Gelantine, LC-Displays, Touchscreens oder in der Natur, wo Nanostrukturen häufig die Ursache von Farberscheinungen sind, wie beim Rosenkäfer oder beim Kohlweißling. Die Erwähnung letzterer sollte an diesem Tag jedoch der einzige Ausflug in die Biologie sein.

Abschließend hielt Herr Prof. Garcia aus der theoretischen Physik einen Vortrag über die Wechselwirkung von Licht mit Festkörpern. Er zeigte in beeindruckenden Bildern den Einfluss der Zeitdauer eines Laserpulses bei der Materialbearbeitung eines Metalls und schlug damit die Brücke zu seinem Fachgebiet, der theoretischen Vorhersage der ablaufenden Prozesse während und kurz nach eines solchen Pulses. Er stellte ein Simulationsprogramm vor, mit dem er in der Lage ist, ein System von mehreren Millionen Atomen auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden (10-15 s) bis hin zu einigen Nanosekunden (10-9 s) zu beschreiben. In der Visualisierung seiner Simulationen konnte man gut erkennen, nach welcher Zeit Bindungen von Atomen aufbrechen und wie sich das Metall in diesen extrem kurzen Zeiten verhält.

Abgerundet wurde der Tag durch einen Einblick in die Tätigkeit eines Masterstudenten in der Physik und zwei kurze aber spannende Laborführungen, in denen unter anderem gezeigt wurde, wie man hochmoderne Sensorsysteme auf Basis ferngesteuerter magnetischer Partikel realisieren kann. Auch wenn bei den Laborführungen sicher einige Fragen offen blieben, war es doch ein interessanter Einblick in die Tätigkeiten, die im Rahmen des CINSaT an der Uni-Kassel stattfinden.

Um 17:15 Uhr ging es wieder zurück ins Internat, mit insgesamt zufriedenen, wenn auch etwas erschlagenen Schülern im Bus – schließlich haben sie 3,5 Stunden ohne Pause wissenschaftliche Abhandlungen gehört. Als Fazit bleibt eine rundum gelungene Veranstaltung, die von den Schülern sehr positiv aufgenommen wurde. Das CINSaT und die Uni Kassel haben sich toll präsentiert und die Schüler waren positiv überrascht von der Freundlichkeit und dem Engagement der wissenschaftlichen Mitarbeiter bei den Führungen. Aber auch wir Lehrer fanden die Aktion große Klasse und ganz klar ist, das Ganze wird nächstes Jahr wiederholt werden.

Text: Dr. Frank Hubenthal

 

Kategorie: Aktuelles, MINT   Start: Donnerstag, 22. Juni 2017     Ende: Donnerstag, 22. Juni 2017     Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
PR und Marketing

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