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23. März 2020
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Aktuelles zum Unterricht während der Corona-Krise – Teil 1

24. März

Während sich allerorts die Versäumnisse der Vergangenheit in Sachen Digitalisierung an Schulen zum Teil sehr schmerzhaft rächen, dürfen wir am Internat Solling feststellen, dass vieles ziemlich gut läuft. Die Zeitnot hat auch bei Entscheidungen beschleunigt. Anders als an den meisten anderen Schulen haben wir nicht nur eine Lernplattform, zu der alle Lernenden und alle Lehrenden Zugang haben, sondern auch Tools, mit denen tatsächlich virtueller Unterricht möglich ist.

Im ersten Teil berichtet Carsten Schneider, Unterrichtskoordinator für die Unter- und Mittelstufe: 

Trotz all dem plötzlichen Chaos und den Unsicherheiten um uns herum gibt es dennoch Lichtblicke: Es herrscht eine kreative Aufbruchsstimmung, in der es kein „richtig“ und kein „falsch“ gibt. Wir Lehrer improvisieren und können uns ganz unerwartet intensiv mit digitalem Unterricht beschäftigen. Was sonst „nebenher“ im Schulalltag von uns vorangetrieben werden musste, rückt nun zwangsläufig in den Vordergrund. Ich habe meinen Schülern zum Beispiel aufgetragen, eine Online-Radiosendung oder ein virtuelles Lern-Tutorial zu erstellen. Dafür ist sonst im normalen Schulalltag wenig Zeit gewesen, da sich sowohl Lehrer als auch Schüler mit allerlei Software und Hardware vertraut machen müssen und das ist oft zeitraubend und nicht mal eben gemacht. In der Krise ist es jetzt toll zu sehen, wie neugierig und engagiert viele Schüler und Kollegen da mitmachen und auch eventuell auftretende Probleme überwinden. Auch Klassenarbeiten unter fairen Bedingungen lassen sich im Moment nicht schreiben. So fällt das klassische „Teaching to the Test“ weg. Das gibt uns gewisse Freiheiten, methodische und inhaltliche Formate auszuprobieren.

Aber man muss auch ganz klar sagen, dass die Heterogenität sehr groß ist. Geht dem einen die Arbeit über unsere Lernplattform SDUI ganz spielerisch von der Hand, gibt es Schüler und Kollegen, die von den Chatfunktionen und dem Dateiaustausch noch überfordert sind. Hinzu kommt, dass bei manchen auch grundlegende technische Voraussetzungen fehlen. Auf dem Land gibt es zum Teil kein Internet, bei anderen bricht das WLAN zusammen, weil zwei Eltern gleichzeitig im Home-Office sind und in Video-Konferenzen stecken. Auch die Plattformbetreiber kämpfen derzeit mit dem Ansturm der Schulen. Skeptisch bin ich auch, was die Vermittlung von ganz neuem Unterrichtsstoff angeht, gerade bei den Jüngeren. Hier bieten Webinare eine digitale Lösung – das werde ich ausprobieren, aber ich bin sicher, dass diese Art des Unterrichtens kein adäquater Ersatz für unseren herkömmlichen Unterricht ist.

Ganz ungewohnt ist es für mich auf jeden Fall schon jetzt, dass ich alles immer nur aus der Ferne beobachten kann. Ich versuche, durch Telefonate, Kontakt und Überblick zu behalten, aber eine enge persönliche und individuelle Betreuung und Beratung, die unsere Arbeitsweise sonst ganz klar auszeichnet, fällt mir schwer.

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Datum:
24. März
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