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20. Juni 2022
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MINT-Exkursion zum Center for Interdisciplinary Nanostructure Science and Technology (CINSaT) der Universität Kassel

21. Juni

Endlich, nach über zwei Jahren ohne MINT-Exkursion war es am Dienstag, den 21.06., wieder soweit. Die naturwissenschaftlichen Leistungskurse sowie weitere interessierte Schüler:innen des Internats, darunter auch unser immer neugieriger Tamino aus der Stufe 7, machten sich auf den Weg zum Center for Interdisciplinary Nanostructure Science and Technology (CINSaT) der Universität Kassel. Dort angekommen trafen wir uns zunächst mit einer Kollegin und zwei weiteren Schüler:innen unserer Partnerschule, dem Lichtenberg-Gymnasium aus Kassel, um gemeinsam drei professorale Vorträge mit anschließenden Laborführungen zu besuchen.
Den ersten Vortrag hielt um 13:30 Uhr Frau Prof. Monika Stengel. Sie entführte uns in ihrem Vortrag in die inneren biologischen Uhren von Menschen und Tieren, welche durch die Rhythmen in unseren Tagesabläufen getriggert werden. Sie machte darauf aufmerksam, wie wichtig solche Rhythmen z.B. für die Konzentration und Leistungsfähigkeit von uns allen sind. Darüber hinaus erläuterte Frau Prof. Stengel, dass es im Gehirn Regionen gibt, die für diese inneren Uhren verantwortlich sind, und dass man diese von außen so manipulieren kann, dass solche inneren Uhren verloren gehen können.
Nach diesem sehr anschaulichen Vortrag nahm uns Herr Prof. Thomas Fuhrmann-Lieker mit in das Reich der Nano-Physik. Während er uns zunächst mit dieser Dimension vertraut machte, zeigte er anschließend Beispiele, wie in der Natur Nanostrukturen ausgenutzt werden und wie man versucht die Erkenntnisse aus der Natur in Forschung und Technik ein- und umzusetzen. Er machte deutlich, wie wichtig selbstorganisierte Prozesse sind, um bei diesen geringen Dimensionen Strukturen mit den gewünschten Eigenschaften aufzubauen. Denn in der Nanowelt hat man nur selten die Möglichkeit solche Nanostrukturen durch äußere Manipulation aufzubauen. Zum Abschluss seines Vortrags stellte Herr Fuhrmann-Lieker noch den an der Universität Kassel ansässigen Studiengang Nanostrukturwissenschaften vor, den es in dieser Art nur dreimal in Deutschland gibt.
Als dritter Vortragender machte uns Herr Prof. Johann Peter Reithmaier mit den Gebieten Quantenmechanik, Nano-Dots, Einzelphotonenquellen und Miniaturlaser vertraut. Er machte klar, wie wichtig es für die moderne Datenübertragung und -verarbeitung ist, sich mit den quantenmechanischen Eigenschaften kleinster Teilchen auseinanderzusetzen. So erläuterte Prof. Reithmaier zum Beispiel, dass sich das Verhalten klassischer Teilchen in der Quantenwelt nur noch statistisch beschreiben lässt, da zum Beispiel der exakte Ort eines Quantenteilchens unbekannt ist. Auch wenn sicherlich nicht jede/r Zuhörer:in die Einzelhalten des anspruchsvollen Vortrags verstanden hat, so hat sicher jede/r mitgenommen, dass es in diesen Bereichen noch viel zu entdecken gibt.
 
 
Nach den Vorträgen konnten wir noch kurz die Labore der drei Fachbereiche besichtigen. Während es in der Tierphysiologie von Frau Prof. Stengel hauptsächlich um die Versuchsobjekte (Schaben und Falter), und wie man diese untersucht, lag, ging es in den Laboren von Herrn Prof. Fuhrmann- Lieker und Herrn Prof. Reithmaier viel um die Herstellung und Analyse von Quantenstrukturen.
Auch wenn man die Reinräume, in denen diese Arbeiten stattfinden, nicht betreten durfte, bekamen die Schüler:innen durch die großen Scheiben dieser Labore einen guten Eindruck von den Gerätschaften, die für diese Arbeiten notwendig sind.
 
 
Mit diesen vielen Eindrücken ging um 17:00 Uhr zurück zum Internat, wobei die Busfahrt entweder dazu genutzt wurde, dass Gehörte und Gesehene zu diskutieren oder in aller Ruhe zu verarbeiten.

Auch wenn der Nachmittag unter einem gewissen Zeitdruck abgelaufen ist, die Informationsfülle sehr dicht und die Laborführungen mit jeweils 20 Minuten kurz waren, zog die große Mehrheit der Jugendlichen ein ausgesprochen positives Fazit dieser Exkursion. Uns mitfahrenden Kolleg:innen zeigten die angeregten Diskussionen unter den Schüler:innen, sowie deren positives Feedback erneut deutlich, wie wichtig Exkursionen zu außerschulischen Lernorten sind, und dass sich die Organisationsarbeit dafür immer wieder lohnt. So ist es nicht verwunderlich, dass die ersten Vorgespräche zu einer Exkursion zum CINSaT im kommenden Jahr schon anvisiert sind.

Text: Dr. Frank Hubenthal
Bilder: Donata von Nerée

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Datum:
21. Juni
Veranstaltungskategorien:
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