Ich möchte nicht so viel in der Zukunft leben, lieber genieße ich das hier und jetzt. Es ist ja völlig unvorhersehbar, was in ein paar Jahren sein wird, wer dann zum Beispiel noch meine Freunde sind.

Das ist etwas, das ich hier im Internat gelernt habe, da ich oft Freunde hatte ,die dann wieder gegangen sind (Schüler aus dem Ausland zum Beispiel) : Es gibt Menschen, die einem etwas für das Leben bedeuten, es bereichern und verändern; aber sie gehen. Es fällt mir schwer, auf die Entfernung Kontakt zu Freunden außerhalb des Internates aufrecht zu erhalten, da es dann oft oberflächlich wird ohne den Alltagskontakt des miteinander Lebens. Umso mehr genieße ich meine Freunde hier und jetzt, die ich immer um mich habe.

Eigentlich wollte ich gar nicht auf ein Internat, sondern viel lieber bei meinen Freunden und Eltern bleiben. Doch wurde ein Schulwechsel notwendig und mein Vater, der selber Internatsschüler war, hat Informationsmaterialen angefordert. Bei dem Prospekt des LSHs war ein Bild, das mich sehr angesprochen hat – eine Gruppe Schüler im Sonnenlicht vor der alten Cafeteria sitzend. Das hat soviel Gemeinschaft ausgestrahlt – und in genau dieser lebe ich nun!

Mittlerweile ist es so, dass ich zwei Zuhause habe. Ganz besonders intensiv ist immer die Heimfahrt mit meinen Eltern, wenn wir einander in diesen zwei Stunden alles erzählen, was sich in der vergangenen Zeit zugetragen hat. Dann, gegen Ende der Ferien, ist wiederum die Vorfreude auf die Rückkehr in das Internatsleben mit meinen Freunden schon etwas ganz besonderes.

Internatsfreundschaften sind anders, man kennt sich wirklich durch und durch, mit allen Macken und Mängeln, von außen und von innen. So muss mir hier vor meinen Freunden auch nichts mehr peinlich sein, da bin ich einfach nur ich selbst. Es ist toll, wenn wir alle im Kreis sitzen und miteinander herumalbern oder auch einfach mal nur miteinander Fernsehen gucken.

Lea
Schülerin, Klasse 12, Kam Ruppert
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