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Polly

In meiner alten Schule hatte ich keine schöne Zeit. Ich passte einfach nicht in die Klasse.
Um überhaupt einen Platz in der Rangordnung zu haben, wurde ich zur Verteidigerin und Kämpferin für die Schwächeren. Auch wenn ich dort immer nur bis zum Mittag Unterricht hatte, war ich sehr viel erschöpfter und gestresster als am Internat Solling, wo ich meistens bis gegen 17 Uhr bin.

Da hier eine gute Gesprächskultur herrscht und Meinungsverschiedenheiten sofort besprochen und aus der Welt geschaffen werden, musste ich mich in den anderthalb Jahren, die ich nun auf dem Internat Solling bin, noch nie für jemand anderen stark machen. Auch genieße ich die besondere Unterrichtssituation sehr, die Lehrer arbeiten eng mit uns zusammen und nehmen sich viel Zeit zu erklären. Wir sind alle daran interessiert, Wissen zu erlangen und jeder ist gern bereit, dem anderen zu helfen.
Auch beim Reiten, das ich leidenschaftlich liebe, habe ich innerhalb eines dreiviertel Jahres unheimlich viel dazugelernt. Mittlerweile habe ich sogar ein eigenes Pferd und genieße es unendlich, während der Zeit, die ich mit Daisy verbringe, alles um mich herum vergessen zu können.

Das ist nämlich etwas, worin ich noch nicht so gut bin – es fällt mir manchmal schwer, abzuschalten. Dann liege ich wach und denke, ob ich etwas nicht doch anders sagen, tun oder machen hätte sollen. Da hilft es mir sehr, dass ich am Internat gelernt habe, wie gut es tut, zu reden und sich auszutauschen. Zu meinem Glück habe ich auch eine tolle Familie, die mich immer unterstützt und sich gerne Zeit für mich nimmt. Obwohl meine Eltern geschieden sind, verstehen sich die beiden Familien sehr gut und so ist zum Beispiel unser großes Familientreffen mit der Familie meiner Mutter eines meiner persönlichen Highlights im Jahr.

Selbst als externe Schülerin bin ich sehr gut in die Schulgemeinschaft eingebunden und erfahre hier so viel Freundschaft, Wertschätzung und Vertrauen, wie nie zuvor an einer Schule. Ich glaube, das ist eine der Stärken des Internat Solling: Hier wird jeder gesehen und seinen spezifischen Interessen nach individuell gefördert.
Ehrlich geschrieben habe ich den internen Schüler gegenüber einen ganz besonderen Vorteil: Ich kann jederzeit einfach so in die Stadt.