Terminkalender

Fahrt der Externen der Klassen 5-7 nach Sankt Andreasberg

Internat-Solling-Grosse-Wanderung-Stelzer

Der Herbst hat den Sommer abgelöst und wir brechen bei 16°C und Sonnenschein am 08. September gegen 12 Uhr mit 24 Fünft-, Sechst- und Siebtklässlern gen Harz auf. Dem großen Gepäck und den überwiegend kleinen Besitzern geschuldet, reisen wir luxuriös per Bus an. Auf das Abenteuer Bahnreise verzichten wir nach langjähriger Erfahrung lieber. Deutsche Straßen haben allerdings auch so ihre Tücken: Egal, von wo aus wir uns dem Wegweiser „St. Andreasberg“ nähern, überall wird gerade gebaut. Erst nach der dritten Umleitung kommen wir von Osten her über Bad Lauter-berg an unseren Zielort. Jetzt beginnt der Abschnitt „Großer Bus und kleine Gassen“ – auch ganz spannend. Unser Navi führt uns schließlich erschreckend weit aus dem Ort hinaus an unzähligen Schullandheimen vorbei in die Pampa. Um 14.30 entern wir die Herberge. Die Zimmer sind schnell unter den zehn Mädchen und vierzehn Jungs verteilt. Die Unterkunft ist einfach, aber sauber. Während sie die Zimmer und Betten beziehen und die Unterkunft erkunden, treffen wir uns zur Besprechung des Wochenprogramms. Bei der Erläuterung der gebuchten GPS-Schatzsuche – in vier Gruppen sollen die Kinder auf sieben Kilometer langen Strecken Rätsel lösend zu ihrem Schatz finden – wird uns mulmig. Dafür sind die meisten wohl noch etwas zu jung. Als Alternative sind schnell eine Wanderung über den Harzer Höhenweg zur Sommerrodelbahn mit anschließendem Besuch der Minigolfanlage auserkoren. Die Zeit bis zum Abendessen um 18.00 vertreiben wir uns mit Fußball gegen eine Grup-pe Sechstklässler aus Hamburg. Man(n) lernt, sich nicht provozieren zu lassen, und spielt am Ende fair zusammen. Allerdings kommt M.-C. zu Schaden. Dribbelkünstler kriegen halt als erste auf die Socken. Beim Zubettgehen sieht es schon nicht mehr so schlimm aus. Hungrig stürzen wir uns auf das Salatbuffet, Spätzle mit Geschnetzel-tem und die riesigen Schüsseln Schokopudding. Anschließend spielt man Skip.bo, Werwölfe, Hol´s der Geier und Anno Domini. Gegen 21 Uhr werden Handys eingesammelt und eine halbe Stunde später ist Ruhe eingekehrt. Heimweh beutelt einige, es wird aber tapfer durchgehalten. Julius und Lino hören Klopfgeräusche und ziehen um 22 Uhr eine Etage tiefer in das noch freie Zimmer 2. Obwohl es erst um 08.30 Frühstück gibt, ist ab 07.00 Bewegung im Haus. Nach zwei Stunden Spiel ohne Grenzen, bei dem Geschicklichkeit und Teamwork gefragt sind, geht es kurz noch einmal zur Herberge Rucksäcke schultern und ab auf die knapp 3km über den Harzer Höhenweg zur Sommerrodelbahn. Beim Anblick der steilen Abfahrt rutscht einigen das Herz in die Hose, doch dann rauschen alle hinab zur Seilbahntalstation. Strahlende Kinderaugen betteln uns noch fünf Fahrten ab, bis Rupert auf Lücke lächelnd mit Tränen in den Augen erscheint. Der Bügel der Seilbahn war schneller oben als sein Kopf aus der Gefahrenzone. Viktor hatte ihn etwas beschleunigt? Also auf zum Zahnarzt neben dem Kurhaus. Leider ist nur die Zahnarzthelferin mit Rat und Tat zur Stelle. Da sich die Schmerzen in Grenzen halten, verzichtet Rupert tapfer auf eine Fahrt nach Bad Sachsa und lässt - in Absprache mit den Eltern - das Malheur lieber am Freitag von einem heimischen Zahnarzt begutachten. Der Abend verläuft abwechslungsreich: der eine wird plötzlich von starkem Husten gequält, die nächste kotzt sich vor Heimweh die Seele aus dem Leib, ein Handy lernt schwimmen und im Zickenzimmer verursachen die Streitigkeiten Bauchweh. Gesellschaftsspiele führen aber immer wieder alle zusammen. Am Mittwochmorgen geht es ins Bergwerk „Grube Samson“, das aufgrund des aus-geklügelten Bewässerungssystems Weltkulturerbestatus besitzt. Wir prahlen mit Schloss Corvey? In Ermangelung warmer Kleidung tragen einige unter Tage vier Schichten. Im nebenan gelegenen Naturparkhaus erfahren wir etwas über die Ge-schichte des Harzes sowie seine Tier- und Pflanzenwelt. Anschließend wird im Hochseilgarten geklettert. Wem die anspruchsvollen schwarzen Routen an Nervenkitzel nicht ausreichen, der saust noch die Seilbahn 300m bergab. Da es nur Glasflaschen in der Herberge zu erwerben gibt, schleppen wir für jeden einen zusätzlichen Liter Wasser bzw. Apfelschorle für die Radtour am nächsten Tag die gut 2km aus dem Ort berghoch. Paula und Max halten nicht durch und reisen um 18.15 ab. Bis 21.30 kennen alle Interessierten die Regeln von Zehn nimmt, Skip.bo und Set. Trotz Nieselregens und kühlen 12°C brechen wir am Donnerstag gut gelaunt im Zwiebellook zum Mountainbiking und Kanufahren auf. Klaus und Pascal führen uns auf Schotterwegen zum Stausee von Bad Lauterberg. Der lose und feuchte Unter-grund ist für viele eine Herausforderung. Vier Stürze, die mehr oder weniger glimpf-lich abgehen, zeugen davon. Da der Regen nicht nachlässt und zunehmend Wind auffrischt, verzichten wir auf die Kanutour in durchnässten Klamotten. Nach 30km, 2h15min reiner Fahrzeit, 220 überwundenen Höhenmetern und einem anerkennen-den Lob der Tourführer für unsere Nehmerqualitäten wärmen wir uns beim Bäcker auf und entern kurz nach 15.00 Uhr den Bus nach St. Andreasberg. Grillen und abendliches Spielen beenden den Tag. Freitag ist Wecken um 07.00Uhr angesagt, da neben dem Bettenabziehen und finalem Packen auch noch der restliche Müll beseitigt werden muss. In Zimmer 18 hilft nur noch der Industriestaubsauger. Gemeinsam schaffen wir alles locker bis zum Frühstück um 08.00. Weil die Umleitungen aufgehoben wurden, ist unser Bus schon um 08.30 zur Stelle, so dass wir früher als erwartet gen Heimat starten. Die mitgeführten Reisekaugummis sind nicht für jedermann etwas, so dass wir noch eine kurze Spuck- und Pinkelpause in Bad Gandersheim einlegen müssen. Mehr oder weniger heil zu Hause angekommen, können wir auf eine abwechslungsreiche Woche zurückblicken, in der man über die Jahrgangsgrenzen hinweg zusammengehalten und eine schöne Fahrt gehabt hat. Herr Meisieck hat mal wieder ein glückliches Händchen bei der Auswahl des Programms bewiesen. Allerdings haben es uns wissbegierige und sportliche Herausforderungen annehmende Kinder auch leicht gemacht.

Text und Foto: Angela Stelzer



 

Kategorie: Aktuelles, Große Wanderung   Start: Montag, 8. September 2014     Ende: Freitag, 12. September 2014     Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
PR und Marketing

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