Terminkalender

Zum 3. Oktober – Wolf Biermann

Internat-Solling-Geschichte-3-Oktober


Kaum einer verkörpert in seiner Biographie das Thema der deutschen Teilung und die Wiedervereinigung so wie der am 15.November 1936 in Hamburg geborene Wolf Biermann. Daher widmeten Joachim Schütte und Martin Wortmann ihm auch die Abendsprache zum 3. Oktober. In einer spannenden und für viele sicher anspruchsvollen Präsentation fasste Schütte die wesentlichen Stationen und Ereignisse des bekannten Liedermachers zusammen:

Die Geburt ins Nazi-Hamburg als Sohn des jüdischen Kommunisten Dagobert Biermann, der 1943 in Auschwitz ermordet wird; die 50-er Jahre am Gymnasium und sein Umzug in die DDR im Frühsommer `53, als viele gerade in die umgekehrte Richtung fliehen; sein Glauben, in das bessere Deutschland zu kommen, in ein Land ohne Nazibeamte, regiert von den Kommunisten, den Genossen seines Vaters; die anfängliche Freude der Herrschenden in der DDR und das Angebot der Stasi seine Mitschüler zu bespitzeln; Biermanns Wandlung zum Oppositionellen und die Abkehr der Genossen; Auftritts- und Publikationsverbot und der Beschluss eines 20-Punkte-Plans der Staatssicherheit zur Zersetzung seiner Person; sein Entschluss, 1976 in der Bundesrepublik aufzutreten und die Konsequenzen: die Biermann-Affäre.

Die DDR-Führung bürgerte Biermann aus. Zahlreiche Intellektuelle und Künstler der DDR waren bestürtzt, entsetzt und empört und versuchten vergeblich, die Regierung mit einem offenen Brief umzustimmen und die Ausbürgerung zurückzunehmen. Weitere namhafte Künstler, Intellektuelle und Schauspieler, die unterschrieben hatten, wie Manfred Krug und Stefan Heym wurden daraufhin mit Berufsverbot belegt und stellten Ausreiseanträge. Diese Affäre war ein ganz wesentlicher Schritt der Delegitimierung des DDR-Regimes. Und Biermann selbst? Gab bald in einem Fernsehinterview zu, dass er gar nicht so schlecht lebe und die Freiheit genieße.

Unbequem bleibt er aber auch in der Bundesrepublik. Er besingt in seinen Liedern Missstände und äußert sich zu verschiedenen politischen Themen. Als Kommunist betrachtet er sich nicht mehr, er verteidigt Israel und greift die unter ihren sich wandelnden Namen agierende SED an. Nach dem Mauerfall besucht er das Stasigefängnis in Hohenschönhausen, in dem sein Freund Jürgen Fuchs solange mit Röntgenstrahlen bearbeitet wurde, bis er Krebs hatte, und in dem auch eine ihm bis dahin unbekannte Frau einsaß, weil sie Texte von ihm abgeschrieben und weitergegeben hatte.

 

Kategorie: Aktuelles, Abendsprachen   Start: Donnerstag, 2. Oktober 2014   19:30   Ende: Donnerstag, 2. Oktober 2014   20:00   Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
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