Terminkalender

„Man steckt nicht drin…“

Biologie-Exkursion-1-Internat-Niedersachsen

 

Bei bestem „Ausflugswetter“ fuhren 16 Schüler der 10.1 und 10.3 am letzten Mittwoch zum Institut für Nutztiergenetik nach Mariensee, nördlich von Hannover.
Frau Dr. Martina Henning hat uns wieder sehr freundlich empfangen und den Schülern zunächst einen Überblick über die Geschichte und die Aufgaben des „ING“. Nachdem vor wenigen Wochen die Klonierung menschlicher Zellen gelungen ist, war es natürlich interessant zu erfahren, wie heute Eizellen, Spermien und Körperzellen gewonnen, gelagert und charakterisiert werden und wie sieht denn die „Reproduktionsmedizin“ bei Tieren eigentlich praktisch aus?

Fangen wir mit den Eizellen an. Die wachsen ja nicht auf Bäumen sondern entwickeln sich in den Ovarien unserer Nutztiere…da war nicht nur bei den Jungs noch ein wenig Aufklärungsarbeit nötig – freundlicherweise konnte uns Frau Dr. Henning Schweineovarien zur Orientierung zeigen. Man steckt nicht drin – man weiß es nicht so genau…dieser Satz bekam nun eine ganz andere Bedeutung. Um Eizellen zu entnehmen muss man im Wortsinne drin stecken, nämlich in der Kuh. Wie Eizellen aus den Eierstöcken mittels Ultraschallsonde entnommen werden, zeigt uns Herr Klaus-Gerd Hadeler. Und nur wenige Mutige machten es ihm nach…sicherlich eine Erfahrung, die nur wenige Menschen machen. Vielleicht wagen wir uns bei der Ideen-Expo an das geruchsfreie Kuh-Dummy.

Bei der sexuellen Fortpflanzung geht es aber nicht nur um Eizellen…da fehlt ja noch etwas. Dr. Christine Ehling stellte uns einen Teil ihres Aufgabengebietes vor. Dabei geht es um die Sicherung genetischer Ressourcen durch Einfrieren, z.B. von Spermien. Wir konnten einer Qualitätskontrolle von Hühner- und Rinderspermien beiwohnen. Geprüft wird dabei, ob die einzufrierenden Spermien Deformationen an Kopf oder Schwanz zeigen und welche Motilität (Beweglichkeit) sie zeigen – wobei moderne Bilderkennungs- und Bildverfolgungssysteme eingesetzt werden. Zum Abschluss gab es dann einen kurzen Besuch im „Allerheiligsten“, der Nationalen Kryoreserve für alle Nutztierarten - eine Art Tiefgefrier-Arche genetischer Ressourcen. Dort lagern in fünf großen Behältern Spermien, Eizellen und Körperzellen, die für die genetische Charakterisierung, Vermehrung oder Klonierung von Nutztieren benötigt werden oder noch benötigt werden könnten.

Nachdem dann genug über Nutztiere geredet wurde, ging es danach zur schon traditionellen Verköstigung in einem bekannten Schnellrestaurant...und vielleicht doch mit dem Bewusstsein (so hofft der Autor immer noch), dass eine Nahrungsmittelproduktion, die den Qualitäts- und Mengenansprüchen von 7, 8 oder 9 Milliarden Menschen gerecht werden soll, schon eine Wissenschaft für sich ist…

Text und Fotos: Dr. André de Kathen

 

Kategorie: Aktuelles, MINT   Start: Mittwoch, 5. Juni 2013     Ende: Mittwoch, 5. Juni 2013     Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
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