Terminkalender

Einsatz für Menschenrechte

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„Die großen Taten der Menschen sind nicht die, welche lärmen. Das Große geschieht so schlicht wie das Rieseln des Wassers, das Fließen der Luft, das Wachsen des Getreides.“

Das wusste Adalbert Stifter. Und Erdem Gündüz hat es ebenfalls selbst erfahren. Der junge Mann hatte sich am 17. Juni 2013, kurz nachdem Polizei und Staatsmacht den Taksim-Platz in der türkischen Hauptstadt für zwei Wochen gesperrt hatten, schweigend mitten auf den Platz gestellt, den Blick auf das Atatürk-Denkmal gerichtet. Acht Stunden stand er einfach nur da. Stumm. Dem Gründer der modernen Türkei zugewandt. Und er erregte so als „duran adam“, als stehender Mann, die Aufmerksamkeit ziviler Polizeibeamter. Die aber nichts gegen ihn ausrichten konnten, weil er einfach nur herumstand und Atatürk und die türkische Flagge anschaute. Sein Beispiel blieb aber nicht unbemerkt, wenige Stunden später standen schon Tausende, am nächsten Tag verbreitete sich der stille Protest über Twitter und Facebook weltweit. Durch seinen passiven Widerstand gegen die Erdogan-Regierung wurde der Choreograf Erdem Gündüz über Nacht zum gefeierten Helden der türkischen Widerstandsbewegung.

Am 27. November 2014 war der 34-jährige Gündüz zu Gast in der Hohen Halle. Verena, der es in wenigen Worten gelang, die Zuhörer nach Istanbul auf den Taksim-Platz mitzunehmen, stellte ihn kurz vor und überließ ihm die Bühne. Der kleine, drahtige Mann mit den dunklen Locken zeigte zunächst einen Film über sein Leben als Tänzer und berichtete dann von den Ereignissen in der Türkei. Er gestand, dass er an diesem Tag im Sommer keinen Plan gehabt, dass es sich einfach so entwickelt habe. Er sei für den Frieden aufgestanden. Und in den wenigen Worten, die er auf der Bühne der Hohen Halle sprach, steckte so viel Mut und Geist, dass die Schüler gar nicht mehr aufhörten zu applaudieren.

Eingeladen hatten ihn Altschüler Müller und Frau Dücker, die an diesem Tag wieder den alljährlichen Menschenrechtspreis an unsere Schüler verleihen durften – oder mussten: Denn alle eingesendeten Beiträge waren so hochkalibrig, dass den Jury-Mitgliedern die Auszeichnung extrem schwerfiel. Sowohl Form als auch die inhaltliche Auseinandersetzung seien so gut wie nie gewesen, so Frau Dücker. Aber es könnten eben nur zwei gewinnen und im Frühjahr nach Oslo zum Freedom Forum reisen... Es sind: Die 11. Klässlerin Jana Wiesener und der Stipendiat Jonathan Hauff. Jana hatte ihren englischen Aufsatz zum Malcolm X-Zitat: „You’re not tob e so blind with patriotism that you can’t face reality. Wrong is wrong, no matter who does it or says it.“ verfasst. Jonathan schrieb zu „Of what use is freedom of thought, if it not produce freedom of action?“ von Swift.

Wir gratulieren beiden und wünschen ihnen einen spannenden, erkenntnisreichen Aufenthalt in der norwegischen Hauptstadt.

 

Kategorie: Aktuelles, Abendsprachen, UNESCO   Start: Donnerstag, 27. November 2014   19:30   Ende: Donnerstag, 27. November 2014   20:00   Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
PR und Marketing

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