Terminkalender

Berlin Exkursion der 11. Jahrgangsstufe

Internate Deutschland Berlin Solling

 

Vom wunderschönen, verschneiten Internat Solling aus ging die Fahrt los. Alle Schüler erschienen pünktlich am Bus, sodass wir um 14.00 Uhr die Reise nach Berlin antreten konnten. Unser Busfahrer Victor informierte uns stündlich über die wichtigen (und auch die weniger wichtigen Geschehnisse) und ließ dabei keinen Busfahrerwitz aus.
Gegen 19:30 Uhr erreichten wir nach dem hektischen Ausladen der Koffer unser Hostel, das „Three Little Pigs“ und machten uns sogleich daran, unsere Zimmer in der zweiten und dritten Etage zu beziehen. Wir hatten genau eine halbe Stunde Zeit uns einzurichten, dann ging es schon los zum Potsdamer Platz, der (Gott sei Dank!) nur 10 Minuten zu Fuß entfernt war. Nach einer kurzen Einweisung konnte jeder seine Zeit frei gestalten und die meisten gingen Abendessen. Einige besuchten ihre alten Freunde vom LSH, andere sahen sich den Checkpoint Charlie an.
Um 23.00 Uhr trafen sich alle wieder im Hostel. Es wurde Billard gespielt oder einfach über den Tag gequatscht. Um 23.30 Uhr war es an der Zeit ins Zimmer zu gehen und, man wird es kaum glauben, alle fielen völlig erschöpft in ihre Betten.
Der Sonntag begann mit einem leckeren Brunch. Für heute stand auf unserem Plan zunächst der Besuch des Stasi Gefängnisses in Hohenschönhausen. Gegen 10.00 Uhr machten wir uns mit dem Bus auf den Weg. Dort angekommen, wurden wir von einem ehemaligen Insassen durch das Gefängnis geführt. Während der Führung war die Stimmung bedrückt, wir waren erschrocken darüber, wie mit den Gefangenen umgegangen wurde. Natürlich hatten wir uns mit dieser Zeit im Geschichtsunterricht befasst, doch es ist etwas vollkommen anderes, mit einem Zeitzeugen darüber zu sprechen.
Anschließend ging es weiter zur Käthe Kollwitz Statue und zum Denkmal der Bücherverbrennung. An diesen beiden Orten hatten wir leider nur wenig Zeit. Dennoch ist wirklich keiner umhin gekommen, die Ironie in diesem zweiten Denkmal zu bemerken; eine Bücherverbrennung direkt vor der Juristischen Fakultät der Humboldt Universität!
Nach einer kurzen Mittagspause trafen wir uns am Holocaust Denkmal wieder. Hier hatten wir Zeit durch das weitläufige Raster der Betonblöcke zu schweifen, die Stimmung dieses Ortes in uns aufzunehmen. Beim Durchgehen konnte man zwar immer den Ausgang sehen, aber durch die immer höher werdenden Blöcke beschlich einen das Gefühl ihn nie zu erreichen. Anschließend gingen wir still über die Straße zu dem Denkmal der Sinti und Roma. Hier entstand eine kleine Diskussion ob das Denkmal nicht etwas unüberlegt war. Viele waren der Auffassung, dass es unangebracht sei, den Kern des Denkmals mit dem Wimpel der Sinti und Roma zu gestalten.
Am Brandenburger Tor erklärte Frau Ruppert uns die Bedeutung und Geschichte des Wahrzeichens und auch ihre persönliche Wahrnehmung dazu. Sie kannte es noch als Grenze zwischen Ost- und Westberlin. Nun waren wir entlassen und konnten alleine losziehen. Die meisten gingen schoppen und anschließend essen, es war nämlich verkaufsoffener Sonntag. Einige von uns hatten sogar das Glück, in einem Restaurant Bushido zu treffen (der allerdings ziemlich schlecht drauf gewesen sein muss, denn es wurde abgeraten ihn anzusprechen). Um 23.00 Uhr trafen wir uns wieder alle im Hostel und machten uns noch einen gemütlichen Abend.
Nach einem frühen Frühstück ging es am Montag wieder los. Alle waren noch ziemlich müde, als wir uns um 09.00 Uhr aufmachten, die wichtigsten politischen Gebäude zu sehen. Die Jungs aus dem Politik LK hatten Referate vorbereitet, die dann auf offener Straße vorgetragen wurden. Gideon  fing vor dem Bundesrat an und erklärte uns den Aufbau und die wichtigen Aufgaben in dem Gebäude. Weiter ging es mit Finn vor der Landesvertretung Niedersachsen. Henrik übernahm den Bundestag und David erklärte uns zusammen mit Max Wägenbaur die Russische Botschaft. Zu guter Letzt kam Lorenz an die Reihe und erklärte uns vor dem Brandenburger Tor die Berliner Politik von heute. Alle Referenten hatten sich super vorbereitet. Leider ging einiges des Gesagten in dem Lärm der Berliner Innenstadt unter.
Wir hatten wenig Zeit für ein kurzes Mittagessen und es ging weiter mit der Topografie des Terrors am Potsdamer Platz. Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt und erhielten Führungen durch die Zeit des Nationalsozialismus, lernten Wichtiges über die Gestapo und die SS. Dabei wurde ausführlich über die Art des Umgangs der SS mit „Regimegegnern“ berichtet. Die Tatsache, dass viele der NS-Verbrecher sich aufgrund ihrer guten „Netzwerke“ einer Strafe komplett entziehen konnten, wurde als großes Unrecht empfunden. Für die meisten von uns war es sehr bedrückend.
Anschließend ging es weiter zum Bendler Block. Alle waren ziemlich müde und ausgelaugt, sodass man während der Führung durch die Ausstellung den ein oder anderen Schüler und Lehrer erwischte, der kurz einnickte. Trotzdem war es interessant über die Attentate auf Hitler zu erfahren und diese zu verinnerlichen.
Nach einer Besichtigung des Denkmals im Innenhof des Bendler Blocks wurden wir wieder zum Holocaust Denkmal gefahren und hatten bis abends um 21:00 Uhr Freizeit. Viele nutzten die Zeit, um schoppen zu gehen, andere gingen gemütlich essen und wieder andere besuchten Freunde oder Verwandte. Fast alle kamen pünktlich, doch ganz sicher durchnässt wieder im Hostel an.
In einem großen Gruppenkreis hörten wir Herrn Dr. Necas zu, der uns die Denkmäler der letzten Tage erklärte. Es war gut, auch noch einmal andere Meinungen zu hören. Nach der Unterrichtsstunde setzten wir uns zusammen und genossen noch den letzten gemütlichen Abend.
Der letzte Morgen war hektischer als die anderen zuvor. Wir mussten nämlich heute wieder abreisen, viele hatten noch nicht ihren Koffer gepackt und mussten sich nun beeilen. Nach dem Frühstück wurde das Gepäck sicher im Bus verstaut und unser Busfahrer Victor brachte uns zu dem Boros Bunker. Dort erwartete uns eine spannende Kunstführung durch eine Privatsammlung. Wir hatten tolle Gruppenleiter, die uns durch die Kunstwerke geleiteten, für viele war diese Ausstellung das Highlight der gesamten Berlinfahrt. Doch wir hatten hier leider nur 1 1/2 Stunden Zeit, obwohl die meisten gerne noch länger geblieben wären. Aber unser Bus wartete schon auf uns. Nun ging es zum letzten Punkt unserer Berlinfahrt, Gleis 17 am Bahnhof Grunewald.
Dort unten angekommen, machte noch alles einen sehr niedlichen Eindruck. Die süßen Häuser und der ebenso schön aussehende Bahnhof. Doch als wir den Weg hinauf stiegen, ohne genau zu wissen, was uns erwartet, war zu spüren wie die Atmosphäre sich veränderte. Alle verstummten, stellten ihre Gespräche ein. Frau Ruppert las einen Abschnitt aus dem Roman „Bebelsplatz“ von Chaim Be´er vor. Die Handlung spielte genau an Gleis 17 und beschwor ein fast gespenstig realistisches Szenario aus dem Jahr 1944 herauf. Herr Dr. Necas erzählte, welches Grauen an genau diesem Ort passierte und wie die Menschen gedemütigt wurden, wie sie durch die ganze Stadt gescheucht wurden und sogar noch das Ticket ihrer Fahrt in den Tod kaufen mussten. Die Tatsache, dass wir dieses Denkmal genau am 27. Januar, dem „Holocaust-Gedenktag“ besuchten, verstärkte das äußerst beklommene Gefühl, mit dem wir den Bahnhof Grunewald verließen, um uns auf den Heimweg zu machen.
Es folgte eine lange Fahrt zurück ins LSH. Um kurz nach 19.00 Uhr erreichten wir das Internat, schon erwartet von heißer Lasagne. Vielen Dank an die Küche.
Ein herzliches Dankeschön für die ereignisreichen Tage in Berlin an Frau Knecht, Frau Ruppert und Herrn Dr. Necas.

Text: Atieno und Alice

 

Kategorie: Aktuelles   Start: Samstag, 24. Januar 2015   14:00   Ende: Dienstag, 27. Januar 2015   19:00   Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
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