Terminkalender

MINT-Abendsprache: Prof. Dr. Saskia Nagel

MINT Abendsprache Prof Nagel Internat Solling

 

Es begann alles mit einer kleinen Wunschzeit … möchten Sie produktiver, leistungsstärker, aufmerksamer sein? Oder relaxter, kooperativer, stressresistenter? Und was wäre wenn das alles mit Hilfe von Pillen möglich wäre? Und was bedeutet das eigentlich für unser Selbstverständnis? Welche sozialen und ethischen Fragen wirft das in einer Wettbewerbsgesellschaft eigentlich auf? Kann man sich diesem Trend entziehen – oder ist der Konsum von Medikamenten, die unsere Leistungsfähigkeit steigern nicht einfach auch eine weitere Maßnahme uns besser zu machen … wie eine gute Schulausbildung, eine gesunde Lebensweise, die Nutzung des Internets … oder eine Brille. Was ist schon normal. Diese und ähnliche Fragen entwickelte Frau Professor Dr. Saskia Nagel von der Universität Twente in den Niederlanden, die am Donnerstagabend im Rahmen der MINT-Abendsprachen am Internat Solling zu Gast war.

Der Gebrauch von Substanzen, die die geistige Leistungsfähigkeit steigern ist nicht neu. Vom millionenfachen Gebrauch von Pervitin (heute als Chrystal Meth bekannt) durch die Wehrmacht im zweiten Weltkrieg bis zu den „go-pills“ für heutige amerikanische Kampfbomberpiloten reicht das Spektrum. Dass es hier aber nicht mehr nur um den klassischen Drogenkonsum geht und die Nutzung von Medikamenten durch Gesunde kein Randgruppenphänomen mehr ist, belegte Frau Nagel auch mit eindeutigen Zahlen. So werden in den USA mittlerweile 11% der Kinder und Jugendlichen mit ADHS diagnostiziert und auch in Deutschland ist zum Beispiel der Ritalin-Verbrauch in den letzten 20 Jahren von 36 kg auf etwa 2 Tonnen gestiegen. Laut aktuellem DAK-Gesundheitsreport stieg die Anzahl der Erwerbstätigen, die sich mit solchen „Neuroenhancern“ versorgen auf, etwa 3 Millionen allein in Deutschland.

Frau Professor Nagel führte die Schüler, Kollegen und über ein Dutzend Gäste aus der Stadt durch die verschiedenen Medikamente, Anwendungsgebiete, Nebenwirkungen und Folgen. Klar und eindringlich zeigte sie die ethischen und sozialen Fragen auf und fokussierte im letzten Drittel ihres Vortrages auf die Kinder und Jugendlichen, die sie als besonders verletzliche Konsumenten identifizierte. Eine überaus spannende und informative Reise durch die verschiedenen Perspektiven und Facetten des „Neuroenhancements“ endete dann nach einer halben Stunde – und setzte sich zunächst in der Hohen Halle und schließlich in der Teestube mit etwa 20 interessierten LSHlern und Gästen fort – bis Herr Dr. de Kathen dann doch gegen 22:00 Uhr auf die Hauszeiten verweisen musste. Aber nach diesem Vortrag ist nicht auszuschließen, dass uns das Thema auch in Zukunft und nicht nur im Unterricht, weiter beschäftigen wird.

Der Vortrag wurde ermöglicht durch: www.forschungsboerse.de

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Text + Foto: Dr. André de Kathen

 

 

Kategorie: Aktuelles, Abendsprachen, MINT   Start: Donnerstag, 19. März 2015   19:30   Ende: Donnerstag, 19. März 2015   20:00   Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
PR und Marketing

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