Terminkalender

Große Wanderung 2016: Fahrt der Externen der Klassen 5-9 in die Bispinger Heide

Internat Solling Groe Wanderung Stelzer Meisieck 1

 

Da meine Oberstufen-Kam auf Studienfahrt über Europa verteilt war und ich somit arbeitslos war, begleitete ich Herrn Meisieck und 26 externe Schüler der Klassen 5-9 nach Bispingen. Pünktlich um 11:30 Uhr rollte unser Reisebus vom Hof. Die Fahrt verlief ohne besondere Vorkommnisse. Nach 2,5 h Fahrt und 30 min Rast erreich-ten wir die Bispinger Heide. Es wurde eine Fahrt der Premieren. Ich war das erste Mal zu Gast in einem Center Parc. Die Anreise in einer größeren Menschenmasse und die Suche nach der richtigen Unterkunft ließen erste Wehmut nach kleinen, übersichtlichen Jugendherbergen im Harz aufkommen. Gegen 15:00 Uhr erreichen wir unsere 6 Bungalows. Da die Einteilung, bei der alle zwei Wunschpartner ange-ben konnten, bereits daheim erfolgt war und die Wünsche allesamt erfüllt werden konnten, ging der Bezug zügig vonstatten. Anschließend ging es auf Erkundungs-tour. Das Gelände ist riesig. Wir fanden einen großen See mit Haus- und Tretboo-ten, den Kletterturm und die Bogenschießanlage, einen Streichelzoo und das Herz der Anlage, den Market Dome, mit Gastronomie, Einkaufsmöglichkeiten, Bowling-bahn, Spaßbad und dem Kinderparadies, das tatsächlich auch die älteren ihre Schuhe ausziehen und toben lässt. Der Empfang im Restaurant war herzlich. Uns wurden ruhige Plätze im Wintergarten zugewiesen. Das Buffet war umwerfend. Der Vorsatz, die stressige Woche zum Abnehmen zu nutzen, ist dahin. Pünktlich zum Bowlen waren die ersten Kinder irgendwo im Spieleparadies verschüttgegangen. Bis wir die Schuhe gewechselt und die Computer mit Namen gespeist hatten, sind aber alle wieder da. Es zeigte sich, dass der Sport für die Jüngeren ungewohnt und zu kräfteraubend ist. Die unterschiedlichen Spielvarianten hielten sie dann aber doch bis 21:00 Uhr bei Laune. Unter knapp 1000 im Kiefern-Birken-Wald verteilten Häuschen die Nummern 648 bis 653 wiederzufinden erwies sich im Dunkeln als spannend. Die Mischung der Altersstufen zeigte erste Früchte: Während wir Er-wachsenen gerade tot ins Bett gefallen sind, übernahm Julian den Job, einen aus-gebüxten Fünftklässler gegen 23:00 Uhrwieder zum richtigen Haus zu lotsen. Da sie dabei redeten, blieb es trotzdem nicht unbemerkt.

Die fehlenden Anfahrtswege ermöglichten uns den Luxus, erst um 08:15 Uhr zu wecken. Das Frühstücksbuffet war ebenso reichhaltig wie das abendliche Angebot. Während die Fünft- und Sechstklässler ihr Können mit mir beim Minigolf maßen, stürmte der Rest mit Herrn Meisieck das Aqua Mundo. Nachmittags waren Klettern und Bogenschießen auf dem Programm. Weil einige Mädels bange waren, kam der Kletterlehrer auf die dumme Idee, ich könnte ja mit gutem Beispiel vorangehen. 15 m Holzwand mit winzigen Trittsteinen und ich Mops bei fast 30°C im Klettergeschirr und mit Helm. Was tut man nicht alles. Wieder so ein erstes Mal. Das Sicherungs-system bestand den Härtetest. Nachdem die Physik nach der Hälfte der Höhenmeter über meinen guten Vorsatz gesiegt hatte, sind schließlich alle Mädchen in der Wand.

Das üppige Abendessen füllte die Speicher schnell wieder auf. Die Zeit bis zur Bett-ruhe vertrieben wir uns mit Fußballspielen, Toben im Kinderparadies und Gesell-schaftsspielen. Wie auf jeder Fahrt hatte man die Chance Set, Hol´s der Geier, Anno Domini, 6-nimmt, Qwixx und Skip.bo zu lernen. Der Mittwoch glich dem Dienstag. Es wurden nur die Aktivitäten von anderen Gruppen belegt. Aufregend wurde es dann gegen 20:00 Uhr. Während wir das neue Spiel von Justus - Mister X - gerade als Geheimwaffe gegen Fieber und Heimweh einsetzten, brach im Nachbarbunga-low das Chaos aus. Unter den aufgeregten Ausführungen der anderen betratt Lotti blutend, barfuß und mit abgerissenen Fingernägeln die 652. Oh, ha! Wie gut, dass ich jetzt funktionieren musste, sonst wären eine Ohnmacht oder Magenentleeren auch passende Reaktionen. Ruhe bewahren! „Heiner, ruf schon mal den Notarzt! Lotti setz dich ans Waschbecken! Mädels, ihr verhindert ein Rutschen vom Stuhl.“ Kompresse drauf. Kühlpack brechen und mit einem sauberen Geschirrhandtuch fixieren. Lotti wird bleich und zittert. „O.K. Lotti, konzentriere dich auf das Trinken des halben Liter Wassers! Der Notarzt sollte bald da sein. Jungs, seht zu, dass ihr ihn auf der Straße einweist!“ Das Warten wurde mit einem Anruf bei den Eltern überbrückt: Die gute Nachricht, der umgeknickte Fuß spiele jetzt keine Rolle mehr, leitete vorsichtig zur Aufforderung, doch bitte ins Krankenhaus Soltau zu kommen, über. Mit Blaulicht und Sirene ging es dann zum 15 km entfernten Chirurgen. Ein weiteres erstes Mal. Nachdem geklärt war, dass keine Fraktur vorliegt, musste Lotti noch einmal besonders tapfer sein: Diverse Spritzen leiteten die ärztliche Hilfe ein, die Sie hier lieber gar nicht lesen mögen. Pünktlich zum Eintreffen der Eltern war alles verbunden und der Bürokratie Genüge getan. Die Freundinnen hatten schon Lottis Koffer gepackt und verkürzten so die Abreise erheblich.

Der bevorstehende Besuch des Heideparks macht die kurze Nacht vergessen. Die angekündigten 30°C erforderten die Mitnahme von ausreichend Wasser. Sonnen-creme wurde verteilt. Der geordnete Marsch zur Bushaltestelle entlang der Land-straße ohne eine Behinderung der zahlreichen Radfahrer oder ein Toben vor Au-tos, kostete erneut Nerven. Mittags stellte uns Haus 648 mal wieder auf eine harte Geduldsprobe. Eine Wasserschlacht in der Piratenbucht sorgte für Spaß bei Groß und Klein. Die Begegnung mit einem berühmten YouTuber ließ Kinderaugen glän-zen und war das Gesprächsthema schlechthin. Vier Schüler hatten großformatige Kuschelgegenstände „geschossen“, die jetzt auch noch in den überfüllten Bus mussten und sich teilweise bereits in ihre Einzelteile auflösten. Drei Schülerinnen ohne Handy fehlten. Verdammt! Um 17:00 Uhr verließen hunderte Jugendliche die Anlage. Da war es für einen kleinen Fünftklässler ein Leichtes, sich eben noch einmal abzusetzen. Endlich, 15 min vor Abfahrt des Busses fanden uns auch die Letzten. Froh, sie zu sehen, fehlte schließlich die Kraft für den eigentlich verdienten Ansch… Draußen ging es munter weiter: Es gab keine festen Abfahrtsorte für die verschiedenen Busse. Irgendwie enterten wir dann aber doch den richtigen.

Die nahende Abfahrt ließ den abschließenden modernen Dreikampf schnell von-stattengehen: Duschen, aufräumen, packen.

Es gab weitere erste Male: Niemand hatte wirklich nennenswertes Heimweh. Wir hatten keinen Zickenkrieg, keine Müllhalden und keinen Stress mit Nachbarn. Trotz der teilweise großen Altersunterschiede war für jeden etwas dabei. Man half sich über die Klassengrenzen hinweg und unternahm auch außerhalb des Programmes etwas gemeinsam. Es war angenehm, mit Euch zu reisen.

Text: Angela Stelzer

Internat Solling Groe Wanderung Stelzer Meisieck 2
Kategorie: Aktuelles, Große Wanderung   Start: Samstag, 3. September 2016     Ende: Freitag, 9. September 2016     Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
PR und Marketing

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