Terminkalender

Joachim Schütte zum 9. November

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Die Abendsprachen von Joachim Schütte sind beliebt. Wenn der Geschichtslehrer zu erzählen beginnt, ist das alles andere als trocken. So auch wieder am Abend des 10.11., einen Tag nach dem Schicksalstag in der neueren deutschen Geschichte. Schütte nennt die Ereignisse, die sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zugetragen haben und entwickelt anschaulich und spannend den jeweiligen historischen Kontext. Er beginnt mit dem 9. November 1918, als gleich zweimal die Republik ausgerufen wird – von zwei Kräften, die Unterschiedlicheres nicht hätten wollen können. Es folgt der 9. November 1923, als Hitlers Putschversuch scheitert, 16 Putschisten sterben und Hitler für 9 Monate in Haft kommt. Nach seiner Machtübernahme 1933 erklärt Hitler den Tag zum Gedenken an diese „Blutzeugen der Bewegung“ als staatlichen Feiertag und inszeniert jährlich gewaltige Totenfeiern. Sowohl 1938 als auch 1939 versuchen mutige Männer, diese Totenfeiern zu nutzen, um Hitler zu töten. Wir wissen, dass alle 42 belegten Attentate auf Hitler scheitern. Am 9. November 1938 dient die Verzweiflungstat eines 17jährigen Juden in Paris den Nazis als Anlass, in einer ungeheuerlichen Aktion den Juden unmissverständlich klarzumachen, dass sie in Deutschland um ihr Leben fürchten müssen, dass sie das Land zu verlassen haben: In der von den Nazis so genannten „Reichskristallnacht“ brennen in ganz Deutschland die Synagogen, Geschäfte werden geplündert und tausende Juden in KZs verschleppt. Schütte versäumt es nicht, neben den großen geschichtlichen Zügen und Ereignissen auch die kleinen Geschichten der Zeit zu erzählen und seine Zuhörer zu fesseln. Und so fehlt am Ende des 20. Jahrhunderts noch der 9. November 1989, als in Berlin die Mauer fällt. An diesem Tag, der bisher der zentrale Gedenktag der Deutschen für die ermordeten Juden gewesen war, fällt jenes menschenverachtende Symbol deutscher Teilung. Welcher Tag wäre also besser geeignet gewesen, der Tag der Deutschen Einheit zu werden? Wir wissen, dass es der 3. Oktober geworden ist, an dem wir jedes Jahr aufs Neue die Wiedervereinigung feiern. Und nichts kann besser erklären, warum dies so ist, als die kleine Anekdote, die Achim Schütte zum Ende seines Vortrages erzählt: Er erinnert sich an einen seiner Schüler, der am 13.11.89 beim Montagsgebet im Magdeburger Dom in einer Fürbitte um Vergebung bittet, dass die Deutschen am 9. November über den Mauerfall die Erinnerung an den Judenmord vergessen hätten. Er weiß heute noch, wie stolz er auf diesen seinen Schüler war, weil er so viel verstanden hatte. Und wir verstehen mit dieser kleinen Anekdote auch, warum die Abendsprachen „vom Schütte“ so gut sind. Sie gehen unter die Haut!;

Kategorie: Aktuelles, Abendsprachen   Start: Sonntag, 10. November 2013   19:00   Ende: Sonntag, 10. November 2013   19:30   Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
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