Terminkalender

Rezension zu Friedrich Schiller: „Die Räuber“

Die Rauber Exkursion Internat Solling 1

 

Wenn man das Theaterstück „Die Räuber“ besucht, erwartet man meistens ein klassisch inszeniertes Stück. Nicht jedoch die Inszenierung von Markus Dietz und Philip Rosendahl, erstmals aufgeführt am 1. Oktober 2016 im Staatstheater Kassel, die alles andere als klassisch war. Die 10. Klassen des Internat Solling hatten am 16. Februar 2018 die Chance, sich dieses Spektakel anzusehen.
In dem Stück „Die Räuber’’ basierend auf dem Drama von Friedrich Schiller (1782), geht es um zwei Brüder. Karl von Moor (Hagen Bähr), der Lieblingssohn des Vaters und Erbe, führt in Leipzig ein wildes Studentenleben. Sein Bruder Franz von Moor (Konstantin Marsch) fühlt sich grundsätzlich benachteiligt und versucht dies zu ändern, indem er seinem Vater, Maximilian von Moor (Jürgen Wink), gefälschte Briefe über Karls wildes ausschweifendes Leben vorliest und Karls Bitten an seinen Vater, ihm zu verzeihen, unterschlägt. Der alte Graf enterbt daraufhin seinen geliebten Sohn. Wütend und verzweifelt über diese Nachricht gründet Karl eine Räuberbande mit jungen Radikalen - mit dem Ziel alle Demütigungen heimzuzahlen. Währenddessen versucht Franz das Erbe des Vaters zu erlangen, indem er seinen Vater zur Verzweiflung bringt. Auch versucht er Amalia (Alina Rank), die Geliebte von Karl, zu erobern
Die Inszenierung war in die zwei Welten der Brüder aufgeteilt. Einmal die Welt von Franz, die meistens auf der Vorbühne vor einer schwarzen Wand spielte. Mit wenigen Requisiten, viele Minuten auch ganz ohne Kleidung, erschuf Markus Dietz eine unerwartet moderne Welt.
Philipp Rosendahl inszenierte die Räuberbande von Karl in einer Szenerie aus alten Tischen, die zu unterschiedlichen Bühnenszenarien, wie eine Kneipe oder ein Hinrichtungsplatz, verschoben wurde. Das gedämmte Licht erzeugte zum Teil eine einsame und gewaltsame Stimmung. Teilweise zeigt das Bühnenbild wie wenig es braucht, damit Menschen sich radikalisieren.
Drei der Räuber wurden von Frauen verkörpert (Rahel Weiss - Spiegelberg, Maria Munkert - Schweizer, Lauren Rae Mace - Grimm), was einerseits zu Erkennungsschwierigkeiten führte und andererseits viel sexuelle Energie mit sich brachte. Die Kostüme der Räuber veränderten sich im Laufe des Stückes, gleichzeitig mit ihrem Verhalten. Zu Beginn trugen sie karierte Anzüge und Hüte. Nachdem sie die Räuberbande gegründet und ihre Vernunft abgelegt hatten, trugen alle weiße Unterwäsche und Glatzen. Die Körper waren mit weißer Farbe beschmiert, was die Zugehörigkeit zur Bande veranschaulichen sollte. Als einer der Räuber aus der Gruppe geschmissen wurde, wuschen die anderen Mitglieder seine Farbe ab.
Die Sprache im Stück war moderner und sehr viel besser zu verstehen als im Drama Schillers. Rosendahl entschied sich dazu englische Jugendwörter (wie „whatever“) einzubauen. Es war leicht zu verfolgen und erzeugte eine humorvolle Stimmung in der eigentlich ernsten und dramatischen Thematik. An manchen Stellen wurde jedoch auch auf etwas altertümliche Sprache zurückgegriffen.
Insgesamt war es eine beeindruckende Aufführung mit sehr talentierten Schauspielern. Selbst würde ich das Stück nicht noch einmal besuchen, da man meiner Meinung nach auf die vielen sexuellen Anspielungen hätte verzichten können. Dennoch würde ich es jedem weiterempfehlen, der das Drama schon gelesen hat.

Rezension: Anna, Klasse 10.3

 

Die Rauber Exkursion Internat Solling 2
Kategorie: Aktuelles   Start: Freitag, 16. Februar 2018     Ende: Freitag, 16. Februar 2018     Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

Zurück

 

Sandra Knecht
PR und Marketing

Telefon:  0 55 31-12 87-60
E-Mail:     Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

S.Knecht