Terminkalender

Joachim Schütte spricht über die Novemberrevolution von 1918

Novemberrevolution Schuette Solling

 

Wer in Joachim Schüttes Abendsprachen gut aufpasst, bekommt stets eine Zusammenfassung wichtiger historischer Ereignisse und Umstände auf dem Silbertablett präsentiert. So auch wieder am Vorabend zum 100. Jahrestag der Novemberrevolution. Der Geschichtslehrer berichtet von kriegsmüden Deutschen und den Aufständen der Matrosen, die sich in den letzten Kriegstagen gegen den militärisch sinnlosen Befehl, die britische Flotte anzugreifen, wehren. Mit diesem Matrosenaufstand begann am 3. Oktober die Revolution, die sich mit großer Geschwindigkeit über ganz Deutschland ausbreitete. Es sei in erster Linie eine Revolution gegen den Krieg und gegen jene gewesen, die ihn zu verantworten hatten, sagt Schütte in der Hohen Halle.

Er skizziert aber auch die Umstände des Ersten Weltkriegs, der diesem Ereignis voranging und der so viele Tote zu verzeichnen hatte und für alle kriegsführenden Regierungen eine gewaltige Belastungsprobe war. Er erzählt von Russland, das 1917 als erste Großmacht zusammenbrach, vom Waffenstillstand in Compiègne, davon, wie der Kaiser nicht zurücktrat, sondern sich nach Holland absetzte, wie die Generäle des Deutschen Reiches ihre Verantwortung auf zivile Politiker abwälzten und dass Männer wie Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann diese Verantwortung aus echter Gottesfurcht und Vaterlandsliebe übernahmen und versuchten, die Massen zu beruhigen, in dem sie die Weimarer Republik ausriefen.

Die Tragik der gemäßigten Kräfte in der Revolution sieht er darin, dass Ebert sich, um eine Radikalisierung der Revolution und eine Diktatur wie in Russland zu verhindern, mit  den alten Beamten und Offizieren verbündet und so die Chance verpasst habe, ein republikanisches Heer und eine republikanische Beamtenschaft zu schaffen.

In diesem Zusammenhang erläutert er weitere Probleme, mit denen die junge Republik von Anfang an zu kämpfen hatte: die spanische Grippe, schlechte Ernährung, große wirtschaftliche Nöte nach einem verlorenen Krieg, Inflation, Arbeitslosigkeit und vor allem die vielen Gegner im eigenen Land. Starke politische Unruhen bestimmten das politische Geschehen in Deutschland. Radikale Strömungen – Nationalsozialisten und Kommunisten – bekämpften sich gegenseitig und gewannen immer mehr Einfluss. 1933 kam Hitler an die Macht und die nationalsozialistische Diktatur nahm ihren Anfang. „Einen Absturz in die Hölle“ nennt Schütte diese am Ende seines Vortrags und spannt dann den Bogen in unsere heutige Bundesrepublik, die zweite deutsche Demokratie, die nicht das Ergebnis einer Revolution, sondern des Sieges der Alliierten war und die sich trotz aller Widrigkeiten rasch stabilisierte. Aber er warnte davor, sich allzu sehr darauf zu verlassen, dass dieser deutschen Demokratie keine Gefahren drohten. Und so endet er mit den Worten. „Auch heute müssen Freiheit und Demokratie  verteidigt werden, sonst hören sie auf.“

Kategorie: Aktuelles, Abendsprachen   Start: Donnerstag, 8. November 2018   19:30   Ende: Donnerstag, 8. November 2018   20:00   Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
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