Terminkalender

"Die Zeit in der Physik"

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Am 20.06.2019 war Prof. Dr. Burkhard Fricke von der Universität Kassel zu einer Abendsprache am Internat Solling.

Herr Prof. Fricke ist theoretischer Physiker, der lange Jahre auf dem Gebiet der Atomphysik geforscht hat. Allerdings war er mit einem Thema zum Internat gekommen, dass mit seiner Forschungsarbeit nur wenig zu tun hatte, denn er sprach über „Die Zeit in der Physik“. Einem Thema, was zumindest der zweiten großen physikalischen Leidenschaft von Herrn Prof. Fricke, der Astrophysik, sehr nahe ist.

Zu Beginn seines spannenden Vortrags erhielten wir Zuhörer einen historischen Abriss über die Zeit und lernten dabei unter anderem, dass sich die Umlaufzeit der Erde im Laufe der letzten Jahrmillionen deutlich geändert hat und aus diesem Grund eine Festlegung von Zeit anhand einer Umdrehung der Erde nicht sinnvoll ist. Er macht auch klar, dass es zuerst für die Seefahrt und später für die Wissenschaft elementar war, Zeiten immer genauer zu messen. In der modernen Physik arbeitet man heute im Bereich von Attosekunden (10-18 Sekunden), einer unvorstellbar kurzen Zeitspanne. Somit war schnell klar, dass, obwohl wir alle zu wissen glauben, was die Zeit ist, wir doch kaum eine Vorstellung von DER ZEIT haben.

Im weiteren Vortrag wurde es dann sehr anspruchsvoll, aber auch faszinierend, da Prof. Fricke in klaren Worten erklärte, dass Zeit etwas ist, daß untrennbar mit dem Raum verknüpft ist. Er reduzierte die Zeitmessung sogar auf eine Ortsmessung und man kann physikalisch kein Gegenargument anbringen. Anschließend nahm er uns mit auf lange Weltraumreisen und rechnete vor auf Basis der Relativitätstheorie vor, dass ein Mensch, der mit hoher Beschleunigung durch das Weltall reist, deutlich langsamer altert, als ein Mensch, der auf der Erde bleibt. Er zeigte so, dass Menschen theoretisch in der Lage sind, mehrere tausend Jahre in die Zukunft zu reisen. Einziges Problem, es gibt keinen Weg zurück in die Jetztzeit! Auch Reisen in die Vergangenheit bleiben unmöglich. Prof. Fricke macht aber auch klar, dass das keine abstrusen theoretischen Ideen sind, sondern dass man mit modernen Uhren problemlos feststellen kann, dass in bewegten Systemen die Zeit langsamer vergeht. Mit den präzisesten Uhren, die wir derzeit haben, kann man sogar feststellen, dass die Zeit in einer Höhe von 1 m über dem Erdboden langsamer vergeht als auf dem Erdboden selbst. Verrückt aber wahr. Der Unterschied ist jedoch so klein, dass er im täglichen Leben keine Rolle spielt.

Prof. Fricke machte aber auch klar, dass die Relativitätstheorie in unserem täglichen Leben eine wichtige Rolle einnimmt. Jedes GPS System würde den Ort um rund 300 m falsch angeben, würde man die Relativitätstheorie nicht berücksichtigen. Der Grund ist natürlich, dass sich die Satelliten (a) in großer Höhe befinden und (b) sehr schnell bewegen. Da beides einen Einfluss auf die Zeit und damit auch auf den Raum hat, muss beides berücksichtigt werden, wollen wir nicht in den Straßengraben oder in eine Häuserwand fahren. Mit dieser Erkenntnis setzte Herr Prof. Fricke seinen Schlusspunkt unter einen lehrreichen und interessanten Vortrag.

Kategorie: Aktuelles, Abendsprachen, MINT   Start: Donnerstag, 20. Juni 2019   19:30   Ende: Donnerstag, 20. Juni 2019   20:00   Event-Export: Als iCal-Datei herunterladen

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Sandra Knecht
PR und Marketing

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