50-prozent
Skip to content

Ich bin fest davon überzeugt: Wenn wir am Ende unseres Lebens innehalten und zurückschauen, dann werden wir uns der Dinge erinnern, die wir erlebt haben. Nicht der nicht gelebten. Deswegen versuche ich, mein Leben positiv zu besetzen und motiviere auch sehr gerne andere dazu, an Erlebnissen zu partizipieren.

Dadurch, dass ich sowohl beruflich als auch privat schon viele Veranstaltungen organisiert habe, durfte ich schon vielen Menschen schöne Erinnerungen verschaffen. Mir selber selbstverständlich auch!

„Engagement“ und „Vermittlung“ ziehen sich neben einer großen Neugierde auf das Leben als rote Fäden durch mein Leben. Den Anfang hat die Begeisterung dafür Events zu initiieren, zu planen und durchzuführen am Internat Solling genommen. Ich habe die Möglichkeit, mich im Rahmen der Sozialen Werke auszuleben, voll ausgeschöpft und den Festausschuss geleitet (unvergessen die Eröffnung der Musenscheune, Mai-Feste, Faschingsfeste und so viele mehr). Außerdem habe ich mich bei der Schülerzeitung im Bereich „Außenkommunikation“ geübt und im Atelier „Kunst und Kultur“ ausgelebt – all dies war dann auch tatsächlich die Basis meines Studiums in Kulturmanagement und Kulturgeschichte. Bis vor kurzem war ich für das Unternehmen Daimler-Benz im Bereich „Cooperate Social Responsibility“ tätig. Im Rahmen dieser Tätigkeit war ich für die Betreuung der gemeinnützigen und kulturellen Projekte in ganz Europa zuständig – was meiner Neugierde auf die Welt natürlich sehr entgegen kam! Zum jetzigen Zeitpunkt nutze ich den Stellenabbau des Unternehmens dafür, mich neu auszurichten. Da ich sowieso auf der Suche nach Neuorientierung war, kam das Abfindungsprogramm für mich zum allerbesten Zeitpunkt! Ich begreife es als große Chance und freue mich auf neue Herausforderungen. Jetzt, mit 41 (ein wunderbares Alter! Ich vergesse zwar häufig, dass ich die Dreißiger schon hinter mir habe, genieße es aber, zugleich eine gewisse Ruhe und Geduld erworben und noch so wunderbar viel Lebenszeit zur Verfügung zu haben!), habe ich auch das Standing, definitiv nicht mehr für einen Super-Job an einen mir nicht nahen Ort zu gehen. Da ich sehr weltoffen und interessiert an anderen Kulturen bin, muss es nicht zwangsläufig in Deutschland sein. Obgleich ich tatsächlich, trotz der Tatsache, dass ich seit meinem 14. Lebensjahr nicht mehr fest dort gelebt habe (ich bin nach meinem Abitur in Holzminden für ein Jahr nach Kanada, habe zwei Studienjahre in England verbracht und auch in Russland gelebt), sehr fest in Berlin verankert bin. Die formellen Abwesenheiten haben nie daran gerüttelt, dass Berlin mein Zuhause ist. 

Sehr fest verankert bin ich auch in dem Geschenk, das mir das Internat Solling über die Ausbildung meiner Fähigkeiten und Persönlichkeit hinaus gemacht hat: Meinem wunderbaren, stabilen Freundeskreis. Wir waren schon zu Schulzeiten eine sehr enge, kreative Stufe. Unvergessen unser Abi-Streich, den wir in der Naivität des Nicht-Wissens mit einem „einfach machen“ als große Rallye auf dem Gelände eines Mitschülers durchgeführt haben! Wir haben erst im Nachhinein begriffen, dass das eine echt außergewöhnliche, große Sache war. Noch heute sind wir eine eingeschworene Gemeinschaft. Das zeigt sich an der Teilnahmezahl zu unserem 20-jährigen Abi Treffen – von den 48 Schülern unserer Stufe waren tatsächlich 43 da! Dank unserer weltweiten Verteilung – manche von uns wohnen in den USA, andere in Afrika oder Asien, selbstverständlich auch viele in Deutschland –bin ich sehr geübt darin, Kontakte über weite Strecken hinweg zu pflegen. Meine Freunde wissen, dass ich zwar nicht immer leicht zu erreichen, aber sehr verbindlich bin.

Es erfüllt mich mit brennender Dankbarkeit, wenn ich darauf blicke, wie groß mein Lebensglück ist, das zu einem großen Teil in Holzminden gekeimt ist.