In einem wunderschönen Auslandsjahr an der Calvary Christian Academy in Miami, Fort Lauderale konnte ich sehr viele neue Erfahrungen sammeln, an denen ich gewachsen bin und dank derer ich gelernt habe, was es bedeutet, offen für Neues zu sein. Ganz besonders wichtig war für mich in Florida das Gemeinschaftsgefühl. Etwas, das ich an meiner alten Schule, wo es eher wenig Zusammenhalt innerhalb der Schülerschaft gab, sehr vermisst habe. Für mich stand nach meiner Rückkehr fest: An der alten Schule kann ich nicht bleiben.
Da zudem mein Papa selbst einmal Schüler am Internat Solling war und mir schon als Kind Geschichten aus seiner Internatszeit erzählt hat, entfaltete sich früh mein Traum, eines Tages in seine Fußstapfen am LSH zu treten. Heute lebe ich diesen Traum! Ich gehe seit der 11. Klasse auf das Internat Solling – rückblickend war das eine der besten Entscheidungen meines Lebens.
Mit dem Wechsel ins Internat Solling habe ich einen Neuanfang gewagt. Heute, fast zwei Jahre später, kann ich sagen: Das Internat ist zu meinem Zuhause geworden. Mehr noch – es ist meine erweiterte Familie. Es gibt für mich keinen schöneren Ort als die Einbecker Str.1, wo ich mit meinen engsten Freunden lache, lerne, tanze und gemeinsam lebe! LSH ist für mich vor allem eins: Zusammenhalt. Jeder kennt jeden, und jeder ist füreinander da. Ich glaube, genau deshalb ist das Internat zu meinem Zuhause geworden. Dieses Gefühl, Teil von etwas Echtem zu sein – das trägt einen durch alles. Selbst in den Ferien halten wir es kaum ohneeinander aus. Wir organisieren Treffen, egal wo wir gerade sind, weil wir einfach zusammengehören. Diese Gemeinschaft ist für mich unbezahlbar.
Wahrscheinlich brauche und genieße ich eine enge (Schul-) Gemeinschaft so sehr, da ich ein absoluter Familienmensch bin. Auch meine Herkunftsfamilie liebe ich über alles – ganz besonders meine Schwester und meine zwei besten Freunde, die für mich wie Brüder sind. Wir vier sind zusammen aufgewachsen und haben jede Lebensphase gemeinsam durchgestanden. Ohne sie könnte ich mir mein Leben nicht vorstellen. Sie geben mir Halt, egal wo ich bin – ob in Miami, im Internat oder irgendwann in der Zukunft, wo auch immer mein Weg mich hinführt.
Um dem Internat etwas von dem zurückzugeben, was es mir geschenkt hat, habe ich mich als Präfekt (PV) aufstellen lassen. Gemeinsam mit vier anderen Kandidat*innen haben wir in diesem Jahr Feste organisiert und uns für die Schulgemeinschaft eingesetzt. Dieses Engagement bedeutet mir viel – genau wie all die anderen Dinge, die meinen Alltag hier prägen: Ich spiele Tennis, verbringe unzählige Stunden im Kunstraum und genieße einfach das Leben im Internat. Die unzähligen Stunden im Kunstraum, in denen ich – insbesondere in Begleitung von Musik – alles um mich herum vergesse, wurden 2025 sogar von dem Wefelspreis gekrönt, worüber ich mich unbändig freue!
Leider ist meine Zeit hier bald vorbei. Nur noch ein Jahr – und dann endet dieses Kapitel. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich liebend gerne alles genauso noch einmal erleben wollen!
Wohin mein zukünftiger Weg mich führt; wie ich meine sprudelige Kreativität, meine Liebe zur Kunst und mein Talent für Kommunikation vereine, weiß ich noch nicht genau. Vielleicht ins Ausland, vielleicht auch nicht. Aber eines weiß ich sicher: Die Erfahrungen und Menschen, die mich geprägt haben – ob Familie, Freunde oder Internatsgemeinschaft – die werde ich für immer im Herzen tragen.
Im Mai 2025
