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Ferdinand

Ich bin ein Fußball-Narr. Tatsächlich gibt es immer wieder Momente, in denen ich willkürlich Lust habe, zu kicken – egal, wo ich gerade bin. Am Fußball (ich spiele seit meinem siebten Lebensjahr) mag ich die Kombination aus Technik, der Möglichkeit, in jedem einzelnen Spiel dazuzulernen, das körperliche Auspowern und das Teamplay. Es ist aber auch schlichtweg ein herrliches Gefühl, einen Ball weit zu kicken! Da ist es hier am Internat natürlich perfekt für mich – es findet sich eigentlich immer jemand, der auch gerade Lust und Zeit hat, zu bolzen.
 
Selbstverständlich bin ich nicht allein deswegen überzufrieden, hier am Internat Solling zu sein. Die in den vergangenen zwei Jahren entstandenen Freundschaften sind sehr ehrlich und tief. Na klar – wir frühstücken gemeinsam, sitzen miteinander im Unterricht, verbringen die Nachmittage, Abende zusammen und teilen uns häufig Zimmer. Da lernt man sich zwangsläufig sehr viel besser kennen, als es auf einer staatlichen Schule der Fall sein kann. Der Umgang untereinander ist stets von einem familiären Gefühl begleitet, das ich sehr schätze. Da ich ein sehr kommunikativer Mensch bin, der gerne von anderen umgeben ist, habe ich mich schnell in die Internatsgemeinschaft eingefunden und gebe ihr in der Form etwas zurück, dass ich mich als Vertrauensschüler habe aufstellen lassen. Es ist mir wichtig, dass sich niemand mit etwas Unausgesprochenem herumquälen muss – manchmal hilft es schon, ein Problem mit jemand anderem zu besprechen, um einen neuen Blickwinkel darauf zu erhalten. Oder man sucht eben miteinander nach einer Lösung.
 
Da ich an meiner alten Schule in Düsseldorf zunehmend in einen Teufelskreis aus schlechten Noten und sinkender Motivation geraten bin, hat mein Vater für mich das Internat als Lösung vorgeschlagen. Er hat viele unserer Altschüler in seinem Freundeskreis, die uns tüchtig vom LSH-Leben vorgeschwärmt haben und so fiel die Wahl nicht schwer – zudem hat es mir von Anfang an das weitläufige Gelände angetan. Auch meine Mutter ist glücklich, wenn sie auf meine Entwicklung hier und darauf, wie zufrieden ich hier bin, blickt. Ich habe mich schulisch verbessert und sehr viel stärker in die Eigenverantwortung gefunden, als es sonst der Fall gewesen wäre. Ende der Sommerferien werde ich zwecks eines Motivationsschub für den „13. Klasse Endspurt“ zu einem Coaching gehen, an dessen Ende Empfehlungen für das Berufsleben ausgesprochen werden und das dabei hilft, persönliche Stärken herauszufinden. Eines steht jetzt schon fest: „Offenheit“ und „Soziale Kompetenz“ stehen bei mir ganz weit oben – das verdanke ich zweifellos ein Stück weit dem Internat Solling.
 
Ganz sicher werde ich die jetzige Zeit in ein paar Jahren rückblickend als „die beste Zeit meines Lebens“ betiteln – schon jetzt genieße ich es hier sehr und bin meinen Eltern dankbar, dass sie mir ermöglichen, das Internat zu besuchen.