Martin Wortmann

Schon als Kind habe ich gerne Pläne und Tabellen gemacht - als Junge habe ich ganze Fußball-Weltmeisterschaften komplett alleine bestritten! Ein im Garten aufgestellter Stuhl diente als Tor und ich habe abwechselnd für die konkurrierenden Länder geschossen. Um es realistisch zu halten, hatte in meinem System die bessere Mannschaft natürlich auch mehr Schüsse!

Noch heute gehe ich gern nach einem Plan vor. Das ist beim Wandern nach Wanderführer ebenso der Fall, wie beim Kochen. Ich starte immer genau nach dem Rezept eines Gerichtes und erst, wenn ich es erprobt habe, fange ich an zu variieren. Bislang koche ich allenfalls mal am Wochenende (zumal ich mit meiner Vorliebe für „Lippischen Pickert“, ein pfannkuchenartiges Gericht meiner Heimat, ziemlich alleine da stehe), habe mir aber fest vorgenommen, dass das Kochen eine meiner auszubauenden Rentnerbeschäftigungen sein wird.
Als gerne planender Mensch weiß ich auch schon ziemlich genau, wie ich meinen Traum von großen Reisen durch Nord- und Südamerika umsetzen werde. So möchte ich zum Beispiel im Herbst für 14 Tage mit dem Auto durch das kleine und relativ harmlose Uruguay fahren. Um Erfahrungen zu sammeln und quasi Mut aufzutanken, um dann im nächsten Jahr durch Argentinien nach Süden und durch Chile wieder nordwärts reisen. Entgegen einem meiner Lieblingslieder „ ich düse, düse, düse, düse im Sauseschritt“ ziehe ich dabei ein Reisen in meinem eigenen Rhythmus allem anderen vor. Das „on the road“ Gefühl sagt mir schon sehr zu!
Vorerst habe ich aber unseren Neubau am Internat Solling ganz oben auf meiner Liste. Weiter unten auf der „LSH to do“ Liste steht unser Archiv, das mir als ehemaligem Geschichtslehrer besonders am Herzen liegt. Es soll neue Räumlichkeiten bekommen und ich würde es auch gern in Zukunft als Archivar übernehmen.
Blicke ich auf mein Leben, so habe ich schon viel Glück gehabt. Vielleicht liegt es daran, dass ich tatsächlich ein Sonntagskind bin. Aber es war in vielen Fällen auch das Glück des Fleißigen. Wenn ich mich anstrenge und etwas dafür tue, ein Ziel zu erreichen, dann ist die Chance sehr viel größer, dass ein glücklicher Zufall mir weiterhilft, Ich werde eher gesehen, wenn ich bereits auf dem Weg bin, und erkenne meinerseits besser die Chancen.
Das größte Glück ist für mich, dass ich die wichtigsten Chancen als solche erkannt und ergriffen habe: Als ich meine Frau kennen gelernt habe. Die Chance auf eine Anstellung als Lehrer am Internat Solling. Später dann die Möglichkeit, von der Lehrkraft zum Geschäftsführer unseres Hauses zu wechseln.

Glück haben ist nicht gleich glücklich sein. Niemand ist ewig „happy“ und natürlich ist mir bei weitem nicht alles gelungen. Aber wenn Erwartungen und Realität nicht zu weit auseinanderklaffen, fällt es leichter, ein zufriedenes Leben zu führen.
Martin Wortmann
Geschäftsführer Internat Solling
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