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Julia

Nur das Übernehmen von Eigenverantwortung kann zu Glück führen. Ich tue alles dafür, mir meine Träume zu erfüllen. Dabei ist der Schritt des Erfüllens eher sekundär. Es geht vielmehr darum, mich auf den Weg zu begeben. Mir ist wichtig, nicht stehen zu bleiben, mich vielmehr immer weiter auf meine Ziele hin zu bewegen.
Deswegen bin ich auch hier, am Internat Solling. Ich habe schon immer davon geträumt, auf ein Internat zu gehen und wollte dadurch noch mehr aus meiner Schulzeit herausholen. Im Zuge meiner diesbezüglichen Recherchen bin ich auf die Dornier-Stiftung und über sie auf das Internat Solling gestoßen. Da ich nun in der Rubrik „ganz persönlich“ (über die ich mich für meine Bewerbung über den hier herrschenden Geist informiert habe) erscheine, hat es augenscheinlich mit meiner Bewerbung für ein Stipendium bei meiner Erstwahl geklappt! Eine Bewerbung, die für meine Eltern zunächst nicht leicht war, da wir drei ein sehr enges Verhältnis haben und sie sich nicht vorstellen konnten, jetzt schon räumlich von mir getrennt zu sein. Als liebende Eltern haben sie mich aber selbstverständlich sehr unterstützt und wir freuen uns daran, dass unsere Verbindung nicht unter der Entfernung leidet.
Natürlich habe auch ich in der Kindheit Internatslektüre verschlungen, muss aber jedem interessierten Menschen versichern: Internat kann erlesen, es muss aber schlussendlich erlebt werden! Als Einzelkind hole ich nun ein wenig „Geschwistergefühl“ nach und genieße das sehr besondere Gefühl, 24/7 mit gleichaltrigen Freunden zusammen zu leben. Ich empfinde es zum Beispiel als sehr bereichernd, gemeinsam mit Mitschüler: innen zu lernen: Es ist ein Geben und Nehmen. Ich kann meinen Wissensstand überprüfen und während des Erklärens eines Zusammenhangs vertiefen; meine Mitschüler: innen wiederum können von dem meinen profitieren. Selbst das Zusammenleben in einem Zimmer fällt mir leichter als im Vorfeld vorgestellt. Vielmehr habe ich es in meinen „ersten LSH-Ferien“ vermisst, meine Zimmernachbarin nach ihrer Meinung zu einem Outfit fragen zu können! Eine große Bereicherung für mich, die sehr an Austausch und Diskussion interessiert ist, stellt auch der „Debate Club“ dar. Es ist spannend, nicht nur „geordnet zu diskutieren“, sondern dies auch noch auf Englisch zu tun! Zudem ist es toll, dass ich meine politische Arbeit in Sachen Umwelt hier am Internat Solling fortsetzen kann, indem ich daran mitarbeite, die Ansätze zu „Klimatneutrales Internat“ weiterzuentwickeln. Zuhause habe ich mich bei „Fridays for Future“ und darüber hinaus auch sehr stark bei der „Klimainitiative Groß-Umstadt“ engagiert. Ich empfinde es als betrüblich, wenn Menschen unmotiviert in den Tag hineinleben. 
 
Ich brauche vor dem Einschlafen das Gefühl, etwas geschafft zu haben und möchte einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dies ist einer meiner Beweggründe, später Journalismus studieren zu wollen. Ich möchte meine Meinung verschriftlichen, öffentlich zum Denken anregen und schwarz auf weiß dokumentieren, was in unserer Welt geschieht. 
 
Da Sprache meines Erachtens das Denken formt, werde ich mich selbstverständlich auch in der Textarbeit der Stellschraube des Genderns bedienen. Das zweite Herz, das in meiner Brust schlägt – das für die Schauspielerei – werde ich nicht vernachlässigen. Dafür bereitet es mir einfach viel zu viel Freude, jemand anderen darzustellen und aus meiner Haut in die eines völlig anderen Charakters zu schlüpfen. Mit dem Spielen verschiedenster Rollen wird es möglich, Grenzen zu überwinden. Auch in diesem Bereich werde ich einen bleibenden Eindruck hinterlassen – ich durfte die Protagonistin in einer Produktion des Senders „Kika“ darstellen.
 
Hier schließt sich der Gedankenkreis: Ich bin ein glücklicher Mensch, da ich alles daransetze, dass meine Träume wahr werden.