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Luisa

Ich war schon immer ein Kind, das weg wollte – so ein Reisekind. Das habe ich von meinen Eltern, die früher auch viel gereist sind. Selbst als ich noch Zuhause gelebt habe, war ich eigentlich kaum da, da ich ich immer mit Freunden unterwegs war um etwas anzuschauen und Neues zu erleben.

Trotzdem hat es mein Umfeld überrascht, dass ich den Schritt zum Internat Solling gegangen bin, da es sehr weit weg von meiner Familie, zu der ich ein sehr enges Verhältnis habe, ist. Hier am Internat Solling finde ich momentan insbesondere die Erfahrung sehr spannend, gemeinsam mit anderen gleichzeitig den Schritt zum Erwachsenwerden zu gehen. Da wir hier 24/7 Zeit miteinander verbringen, prägt diese wichtige Phase unser Gemeinschaftsgefühl sehr viel stärker, als es an einer Staatsschule der Fall sein könnte.

Damit ich mich wohl fühlen kann, brauche ich ein schönes Umfeld – mir ist wichtig, dass Gegenstände farblich aufeinander abgestimmt sind – und einen Plan.

Als Mathemensch lege ich Wert darauf, dass Dinge symmetrisch aussehen und so ordne ich zum Beispiel meine Bücher nach ihrer Größe. Beim Schlafengehen denke ich immer über 1.000 Dinge nach, die ich auf keinen Fall vergessen möchte und habe als „schreckliche Listenschreiberin“ deshalb einen Notizblock auf meinem Nachttisch liegen, so dass ich zu Erledigendes schnell notieren kann. Ich liebe den Moment, wenn der Tag rum ist und ich in der Arbeitsstunde einen „to-do-Klebezettel“ nach dem anderen mit einem: „ Das kann ich abnehmen, das ist erledigt“ entsorgen kann!

Reisen bereite ich gerne detailliert vor (auch die Heimfahrtwochenenden, sonst kriege ich nicht alle Freunde und meine Familie unter einen Hut!). Reiseführer (von denen wir daheim ein ganzes Regal voll haben) werden von mir tatsächlich komplett durchgelesen!

So konnte ich letztes Jahr in den Ferien meine Eltern in Paris darüber informieren, dass wir uns in der Nähe von Monets Garten befanden, so dass wir ihn als Ziel in unsere Reise einbauen konnten. Er war wunderschön! Später auf unserer Reise standen wir dann im Guggenheim Museum in Bilbao vor einem Seerosenbild Monets, was innerlich einen Kreis geschlossen und uns vier sehr berührt hat. Wenn mich ein Thema interessiert, möchte ich es auch ganz durchdringen und recherchiere dann viel dazu. Gerade im Bereich Kunst ist es oft so. Ich könnte mir durchaus vorstellen, später Kunstgeschichte zu studieren. Dieser Gedanke steht momentan in Konkurrenz zu meiner Liebe zu Fremdsprachen – bisher beherrsche ich Englisch, Spanisch, Chinesisch und Latein. Die nächsten Sprachen, die ich mir aneignen möchte, sind Italienisch und Französisch. Ich mag das Gefühl, mich selber mit Menschen in ihrem jeweiligen Land austauschen zu können und mir, ohne auf Hilfe (zum Beispiel die eines Übersetzers) angewiesen zu sein, ein eigenes Bild zu machen. Vielleicht kann ich ja später meine Reiselust und meine Sprachfähigkeiten mit einer Tätigkeit im Außenhandel verknüpfen?

Diese Zukunftsklebezettel, die bleiben noch eine kleine Weile hängen.

Luisa
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