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Nelli

Ich möchte Pharmazie studieren. Diese Entscheidung habe ich mithilfe eines recht einfachen Ausschlussverfahrens getroffen: Meine Hobbys Philosophie, Reiten und Literatur erfüllen mich, sind aber nicht „karrieretauglich“. Auch ist die Gefahr sehr groß, keinen Spaß mehr an den Dingen zu haben, wenn man das Hobby zum Beruf macht. Naturwissenschaften als Hobby zu verfolgen ist schwierig, und so möchte ich im Gesundheitswesen arbeiten, jedoch nicht als Arzt. Lieber wirke ich in der Entwicklung eines Medikamentes mit, als zu entscheiden, welcher Patient welchen Wirkstoff nehmen soll.

Ehrlich gesagt bin ich ziemlich faul, wenn mich ein Thema nicht interessiert muss ich mich schon überwinden etwas dafür zu tun. Hätte ich nicht so eine schnelle Auffassungsgabe, sähe es für mich schulisch ganz anders aus. Dies ist eine Fähigkeit, für die ich wirklich dankbar bin, wenn ich sehe, was andere für die Schule tun müssen! Begeistert mich eine Sache, so bin ich mit Herzblut und schnell auch mal mit Lautstärke dabei. Bei Diskussionen passiert es schon öfters, dass ich die Stimme erhebe. Auch möchte ich zu einem Thema, das mich interessiert, schnell alles erfassen, so lese ich zum Beispiel gerade „Orlando“ von Virginia Woolf, nach dem wir in der Literatur-AG einige Essays von ihr gelesen haben. Rückblickend auf meine Zeit hier im Internat Solling kann ich sagen, dass insbesondere die Philosophie-AG und das Mitwirken an der Literaturzeitschrift mich sehr geprägt haben. Natürlich hat aber auch das enge Zusammenleben dazu beigetragen, dass ich reflektiert handle. Hier sagt man direkt, wenn etwas stört. Das ist mir auch sehr viel lieber, als Dinge im Nachhinein und dann auch noch um drei Ecken zu erfahren. Bei allem macht der Ton die Musik. Solange mir jemand höflich und direkt gerade raus sagt, was gerade stört, kann ich gut damit arbeiten. Auch bei Diskussionen ist mir wichtig, dass diese sachlich bleiben, nicht emotional oder gar persönlich verletzend werden.
Ich habe eine sehr enge Verbindung zu meiner Schwester. Mein Vater sagt immer, Geschwister sind die Menschen, mit denen man es in seinem Leben am längsten aushalten muss. Erst kann man sich gemeinsam über die Marotten der Eltern ärgern und später ist man dann mit der Sorge um diese nicht allein.
Da man Dinge oft erst schätzen kann, wenn man sie nicht dauerhaft hat, kann ich nun, nachdem ich nicht mehr im „Hotel Mama“ lebe, sagen, was für ein großes Glück ich mit meiner Familie habe. Genau so glücklich bin ich darüber, mich damals für ein Stipendium hier am Internat Solling beworben und dieses auch erhalten zu haben.
Nelli Lücke
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