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11. September 2018
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Exkursion ins Hochmoor Mecklenbruch

12. September 2018

Am Mittwoch, den 12. September 2018 unternahmen 11 Schülerinnen und Schüler eines Biologie-Grundkurses mit mir eine mehrstündige Exkursion in das Hochmoor Mecklenbruch. Obwohl das Moor nicht sehr weit vom Internat Solling entfernt liegt, war es auch diesmal wieder für fast alle Kursteilnehmer ihr erster Besuch in diesem besonderen Ökosystem.

Bei bestem sonnigem Wetter erreichten wir nach einem kurzen Fußmarsch das Moor, das eine Fläche von ca. 63 Hektar besitzt und über einen Naturholzsteg begangen werden kann. Im Mittelpunkt unserer Exkursion stand neben den Fragen nach Entstehung und Bedeutung von Hochmooren vor allem die Erkundung der abiotischen Faktoren (extrem nass, extrem nährstoffarm und sauer) sowie der dort vorkommenden Lebewesen, besonders der Pflanzen. Das Hochmoor Mecklenbruch ist ein eher artenarmer Lebensraum mit einigen sehr spezialisierten Lebewesen.

Das Torfmoos konnte von uns am natürlichen Standort genauer untersucht werden. Das Torfmoos wächst nach oben und stirbt nach unten ab. Aus den abgestorbenen Teilen entsteht dann der Hochmoortorf (Schwarztorf). Die ältesten Torfschichten begannen sich vor bereits ca. 4300 Jahren abzulagern.  Die extrem hohe Wasserspeicherqualität der Torfmoose konnte z.B. beim „Ausdrücken“ des Mooses beobachtet werden. Das Wasser rann heraus wie aus einem feuchten Schwamm. Auch die Folgen des sehr heißen, sonnigen und schattigen Sommers 2018 waren zu erkennen. Während die Torfmoose an eher schattigen Stellen ihre typische kräftige grüne Färbung zeigten, war das Torfmoospolster an vielen Stellen stark ausgebleicht. Weitere Pflanzen, die das Moor hier prägen, sind z.B. die Moorbirke sowie Heidelbeere, Preiselbeere, Rauschbeere und Moosbeere (ein sehr winziges Pflänzchen aus der Familie der Heidekrautgewächse). Alle diese Pflanzen wurden bestimmt und teilweise auch deren Früchte genauer untersucht. Auch Glockenheide (Erica), Besenheide (Heidekraut) und Rosmarinheide konnten vom Steg aus unterschieden werden. Aufgrund des bereits erwähnten heißen und trockenen Sommers blühte die Besenheide (Heidekraut) aber nicht so intensiv wie in anderen Jahren. Einen besonders guten Blick auf das gesamte Moor hatten wir vom Aussichtsturm. Von dort aus konnten wir auch die seit 1981 vom Niedersächsischen Forstamt Neuhaus zur Renaturierung  des Hochmoores durchgeführten Wiedervernässungsmaßnahmen  in Augenschein nehmen.  Tiefere Erkenntnisse zur Beschaffenheit des Moorbodens brachte der „Moortrampolin“, der zahlreich genutzt wurde. Eine Besonderheit, die nur sehr vereinzelt  im Mecklenbruch vorkommt, ist  der rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia). Diese Pflanze ist aufgrund ihrer geringen Größe in ihrer natürlichen Umgebung leicht zu übersehen und nur mit genauer Standortkenntnis zu entdecken. Einmal entdeckt ist sie dafür aber umso faszinierender. Der Sonnentau ist eine fleischfressende Pflanze (Typ Klebefalle), die auf das Fangen von Insekten spezialisiert ist. Insekten bleiben an den Blättern kleben, werden verdaut und die Nährstoffe anschließend resorbiert. So gelangt diese Pflanze an stickstoffhaltige Nährstoffe, die im Moorboden nur mangelhaft vorkommen. 

Bevor wir den Rückweg zum Parkplatz durch den Solling angetreten haben, wurde an einer letzten Station noch einmal die Bedeutung der Erhaltung der Hochmoore (CO2- -Senken) für den Klimaschutz thematisiert.

Da Silberborn nicht weit entfernt ist und ein Besuch im Hochmoor viele interessante  Eindrücke und Erkenntnisse ermöglicht, ist diese Exkursion mittlerweile fester Bestandteil unseres MINT-Exkursionsprogrammms geworden.

Text: Dr. Marion Busch-Kemenji
Fotos: Lisa, Klasse 12

Details

Datum:
12. September 2018
Veranstaltungskategorien:
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