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24. Februar 2020
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Mitarbeiter-Tagung im Internat Solling

25. Februar 2020 - 26. Februar 2020

Austausch, Leidenschaft, Konzentration, Zuhören, Nachdenken, Produktivität, Pragmatismus – lauter Begriffe, die die Mitarbeiter-Tagung im Internat Solling beschreiben. Am Dienstag und Mittwoch nach Karneval kamen alle Lehrkräfte der Schule kurz vor dem Ende der Winterferien zusammen, um gemeinsam und in Ruhe über Fragen und Themen außerhalb der täglichen Routine zu diskutieren. Drei Workshops standen auf dem Programm:

1. Schüler-Feedback
Unter der Leitung von Yvonne Schweppe, didaktische Leiterin der Robert-Bosch-Schule in Hildesheim, unternahm diese etwa 12-köpfige Gruppe einen eher ungewöhnlichen Perspektivwechsel. Warum nicht einmal die Schüler mittels eines Fragebogens befragen, wie sie den Unterricht einschätzen? Da ging es zum einen um inhaltliche Fragen, die in einem solchen Feedback zur Sprache kommen sollten: Wie ist die Arbeitsatmosphäre, wie das soziale Klima? Wie gut ist der Lehrer vorbereitet? Wie gerecht ist die Notengebung? Zum anderen wurde auch intensiv darüber diskutiert, wie ein solches Schüler-Feedback umgesetzt werden könnte: Bieten sich einfache Zettel an oder ist eine digitale Version besser? Muss jeder teilnehmen oder ist es freiwillig? Verbleiben die Ergebnisse beim jeweiligen Kollegen oder werden sie in der Fachschaft diskutiert? Sollten altersgerecht unterschiedliche Fragebögen für die Unter-, Mittel- oder Oberstufe entwickelt werden? Schließlich entwarfen die Teilnehmer gemeinsam einen Fragebogen, der nun in einer ersten Pilotphase getestet werden kann.

2. Digitalisierung
Hier hatte Anja Ruppert, Oberstufen-Koordinatorin des Internats, Vorbereitung und Leitung übernommen. Unterstützt von Klaus Becker, unserem EDV-Beauftragten, und Marc-Cevin Meyer und Julius v. Garmissen, Schüler der 12. Klasse, lautete der Auftrag, ein „Pilotprojekt iPads“ zu erarbeiten. Deutlich wurde hier, dass es wesentliche organisatorische und rechtliche Fragen gibt, die gestellt werden müssen, bevor ein solches Projekt den Unterricht bereichern kann. Sind diese Dinge aber durchdacht und Entscheidungen für konkrete Geräte gefallen, die Finanzierung geklärt und die technische Infrastruktur vorhanden, kann es losgehen. Gemeinsam entschied man sich dafür, eine 10. Klasse als iPad-Klasse auszuwählen, in der alle Kollegen weitestgehend digital unterrichten sollen. Die unterrichtenden Lehrer sollen im engen Austausch miteinander stehen und neben dem Unterrichtswissen auch das Handwerkszeug zum Umgang mit digitalen Medien beibringen, auf Gefahren hinweisen und Wissen über Sicherheit im Netz vermitteln. Im Sommer soll es für 10-15 Schüler in einer 10. Klasse losgehen können; sollte das Interesse der Schüler größer sein als die iPad-Klasse Schüler aufnehmen kann, entscheidet das Los. Für die Zukunft gilt es zudem, ein Konzept „Digitale Bildung“ für die Unter-, Mittelstufe und Oberstufe zu entwickeln, welches dann die iPad-Klassen, aber auch Formate wie den ICDL-Kurs (Internationaler Computerführerschein) in der 9./10. Klasse, CKK (Computerkompentenzkurs) in Klasse 7 oder auch die Verankerung und Vernetzung der curricularen Vorgaben in unseren schulinternen Lehrplänen umfasst.

3. Lernbüro
Seit ca. 15 Jahren gibt es das Lernbüro für die Klassen 8 und 9. In dieser Arbeitsgruppe galt es, das Konzept ein wenig nachzuschärfen, da die Ausgestaltung dieser Stunden in der Vergangenheit von Fach zu Fach und von Lehrkraft zu Lehrkraft zunehmend sehr verschieden gehandhabt wurde. Der eine betrachtete es als offene Übungsstunde, ein anderer als kreative Schreibwerkstatt und manch ein Kollege wünschte sich gerade an einer reformpädagogisch orientierten Schule wie dem Internat Solling mehr Input zum Thema „offener Unterricht“. Federführend bei diesem dritten Workshop waren Franziska Yousseff, Frank Hubenthal und Herr Schneider, drei Lehrer, die in den vergangenen zwei Jahren eine 15-tägige Fortbildung unter der Leitung von Frau Prof. Thurn, der ehemaligen Leiterin der Laborschule Bielefeld, zum Thema „Individualisierung im Unterricht, genossen hatten. Angeregt debattierten die Teilnehmer darüber, wie offener Unterricht gestaltet werden kann, damit möglichst individualisiertes Lernen möglich ist. Ziel eines offenen Unterrichts sei es, dass Schüler organisatorisch, methodisch, inhaltlich und sozial weitestgehend selbstbestimmt lernen können und sich dabei ein lohnendes Bildungsziel erarbeiten. Für die verschiedenen Fächer wurde die Idee des „Lerndorfs“ vorgestellt. Im praktischen Teil dieser schulinternen Fortbildung wurden letztlich eigene „Lerndörfer“ entwickelt, die die Arbeit im „Lernbüro“ in Zukunft befruchten könnten. Im Englischen ging es um das Thema „Human Rights“, in Mathe um „Exponentielles Wachstum“ und in einer dritten Arbeitsgruppe fächerübergreifend um das Thema „Wasser“ als Projekt in Klasse 7.

Nach intensiven, anstrengenden und anregenden Arbeitsstunden des ersten Tages kamen schließlich alle noch zu einem gemütlichen Get together in der Küche zusammen. Das Küchenteam hatte sich nicht lumpen lassen und allerhand Köstlichkeiten für eine Küchenparty vorbereitet. Nach so viel Kopfarbeit waren viele froh, den köstlichen Wildlachs, Wolfsbarsch oder auch Ente und dazu ein Bier oder ein Glas Wein zu genießen.

Ausgeruht ging es am Mittwoch nach der Vorstellung der Arbeitsergebnisse der drei Arbeitsgruppen im Plenum mit einem letzten gemeinsamen Programmpunkt weiter:

4. Schulprogramm
Vier Kollegen (Helga Volger, Sabine Habbel, Annette Kolbe und Carsten Schneider) hatten im Vorfeld eine Arbeitsfassung für ein Schulprogramm erarbeitet und stellten diese dem Plenum vor. Der Zeitpunkt sei günstig, weil viele Veränderungen gerade stattgefunden hätten oder kurz bevorstünden: z.B. der Wechsel von G8 zu G9, ein Generationswechsel auf Leitungsebene, die Digitalisierung der Infrastruktur und die Internationalisierung der Schülerschaft. Frau Volger betonte bei ihrer Präsentation, dass es sich bei dem Vorgestellten lediglich um einen ersten Entwurf handele, der von den Kollegen kommentiert, ergänzt, umgestellt und am Ende des Prozesses diskutiert werden solle. Ein Schulprogramm lebe genau davon, dass es gemeinsam entwickelt, akzeptiert, verabschiedet und lebendig ausgestaltet werde. Die großen Fragen „Wer sind wir?“ „Wofür stehen wir?“ und „Wo wollen wir gemeinsam hin?“ sollen im Schulprogramm thematisiert werden. Für die weitere Ausgestaltung soll nun eine Redaktionsgruppe aus dem Kollegium gebildet werden, für die Akteure gesucht werden.

Wir danken allen für Ihr Mitdenken, Mitreden und ihr Zuhören.

Details

Beginn:
25. Februar 2020
Ende:
26. Februar 2020
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