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21. Mai 2020
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Schulstart im Internat Solling

22. Mai

Während die meisten noch zu Hause lernen müssen, besuchen einige Schüler schon wieder den Unterricht. Kehrt damit auch  bei uns wieder Alltag in die Klassenräume ein? Ein Bericht über Wanderklassen, Klinkenputze und Rechtsverkehr in Schulfluren.

Nach Wochen der Ungewissheit, der Videokonferenzen und digitalen Arbeitsaufträge läuft der Schulbetrieb langsam an. Es gibt wieder Kontakt zu Mitschülern und Lehrern, aber längst ist alles noch nicht so wie früher. Abstand, Vorsicht und Desinfektionsmittel sind die Gebote der Stunde – auch im Internat Solling: „Denn obwohl wir unsere Schüler sehr vermissen und gerne alle wieder zurückhätten, müssen wir uns an die Vorgaben des Kultusministeriums halten“, sagt Carsten Schneider, Lehrer in der Einbecker Straße. Und die besagen, dass bisher nur die Jahrgänge 9, 10 und 12 zurückkehren durften. Nach Pfingsten folgen die 7. und 8. Klassen, Mitte Juni dann die Jüngsten, die 5 und 6. Es soll sich langsam einspielen. Im Internat ist man auf alles vorbereitet – schließlich geht nichts über echten Unterricht im Klassenzimmer: „Von 14 Klassen können wir 11 ganz normal beschulen. Also nicht nur halb, wie die meisten anderen Schulen, die ihre Klassen teilen müssen, um die Hygienevorschriften einzuhalten“, informiert die Schulleitung. Eine Klasse müsse allerdings die Räume mehrfach wechseln. „Das ist unsere Wanderklasse“, sagt Schneider und lacht. „Ohnehin ist Improvisation gefragt.“ Aber die funktioniert im Internat. Alle packen mit an, räumen Tische und Stühle und markieren mit Klebeband die richtige Position, sie bauen große Mehrzweckräume zu Klassenzimmern um und verändern Stundenpläne, damit in zwei Wellen gegessen werden kann und man mit Abstand an den Tischen in den Speisesälen sitzt. Nur drei Lerngruppen müssen geteilt werden, so dass sie eine Mischung aus Präsenz- und Online-Unterricht erhalten. „Aber auch bei diesen wird die digitale Phase von Lehrkräften in unserem Lernzentrum betreut“, betont Carsten Schneider. „Technische und methodische Fragen können ja alle Lehrer beantworten. Insofern haben wir hier schon besonders gute Bedingungen.“ Und wenn es wärmer wird, soll der Unterricht möglichst nach draußen verlegt werden, was auf dem weitläufigen Gelände problemlos geht. Auch 12. Klässlerin Margarete findet es gut, dass die Zeit der Homeschool jetzt vorbei ist. Sie hätte die Zeit zuhause zwar genossen und auch von Anfang an gut arbeiten können, aber die Jüngeren oder die, die mehr Struktur brauchen, hätten sicher Schwierigkeiten gehabt. „Ich freue mich, wieder hier zu sein“, sagt sie und fährt fort: „Obwohl es schon ein bisschen seltsam ist. Wir sitzen einander mit Masken gegenüber, versuchen Abstand zu halten und haben möglichst immer die Fenster offen.“ Ihr fehle es, in offene Gesichter zu schauen, die Mimik zu sehen und zum Beispiel zu wissen, ob das Gegenüber lache. Dass die meisten AGs noch nicht stattfinden können, findet sie schade, aber eines sei richtig befremdlich: „Wir sind hier zuhause und fühlen uns eigentlich sicher, wie in einer großen Familie. Aber wir wissen, dass das zur Zeit irgendwie nicht stimmt.“ Und auch die Schilder überall erinnern immer wieder an die Vorschriften – und daran, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist. Und so wird es im Internat Solling wohl noch eine Weile einen Klinkenputzdienst und Rechtsverkehr in den Fluren geben.

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Datum:
22. Mai
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